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Schlusslicht : Horror in Überlänge

Musk baut durch Las Vegas einen Hyperloop. Bild: AP

Tesla, die Deutsche Bank und der Naturschutzbund Nabu lehren uns das Fürchten. Nur Dieter Zetsche nicht. Der haut einfach ab. Echt schwach.

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          Charttechnisch war diese Woche zum Fürchten, oder, wie die ewig nörgelnden Aktionäre der Deutschen Bank sagen, ein Horrorfilm mit Überlänge. Nur weil der Aktienkurs niedrig und die Boni hoch sind, wo ist denn da der Zusammenhang? Wenn überhaupt ein Horrorfilm mit Überlänge läuft, dann ja wohl das Video des Youtubers Rezo, der die CDU auseinandernimmt, was er mit nur fast richtigen Fakten macht, was aber seine vier Millionen zumeist jungwählerischen Downloader wenig stört. Falls die CDU nicht weiß, wie sie aus der Klemme kommen soll, kann sie mal bei der Autoindustrie nachfragen. Die weiß das auch nicht.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Der Diesel, wenn das kein Horrorfilm in Überlänge ist. Der Naturschutzbund Nabu wollte ihm jetzt wieder an den Karren fahren und hat acht Messstationen am Hamburger Hafen aufgestellt, um zu beweisen, dass die Luft dort höchstens zum Ersticken taugt. Leider wird daraus nichts, keine erhöhten Schadstoffwerte, kein Feinstaub, nicht mal bisschen zu viel Stickoxid. Womöglich, wird nun erklärt, habe der Wind den Kram woanders hingeblasen, was nicht völlig unmöglich klingt. Wie aus gewöhnlich gut unterrichteter Quelle verlautet, liegen Häfen recht oft am Wasser.

          Derweil macht uns Elon Musk Mut, der gerade leichte Schwierigkeiten mit der Burnrate von Tesla hat, womit nicht abfackelnde Elektroautos gemeint sind, sondern sein Sparbuch. 700 Millionen Verlust im Quartal ist ja manchem sein Ganzes. Aber Musk wäre nicht Musk, hätte er keine Lösung. Er baut jetzt durch Las Vegas einen Hyperloop, in dem auf Luftkissen gebettete Kapseln mit 1200 km/h die Menschen von einem Casino ins nächste schießen. Also fast. Die Kapseln sind jetzt Autos, sie ruhen auf Gummi, nicht auf Luft und fahren statt 1200 eher 80 km/h. Aber ansonsten sind alle Probleme gelöst. The Boring Company heißt die Firma, das nennen wir mal visionär. Was zwangsläufig zu der Frage führt, was eigentlich Dieter Zetsche die ganze Zeit so gemacht hat. Der Kerl hat diese Woche Daimler übergeben und ist in Rente gegangen. Einfach so, ohne Hyperloop und Horrorfilm. Echt schwach.

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