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Tech-Talk : Unfallgegner

  • -Aktualisiert am

Hauptunfallgegner, das klingt ein bisschen wie Hauptfeind. Nun hat das Fahrrad Abermillionen von Freunden. Und es hat auch einen Hauptfeind. Aber das ist nicht das Auto an sich.

          Hauptunfallgegner, das klingt ein bisschen so ähnlich wie Hauptfeind. Nun hat das Fahrrad hierzulande Abermillionen von Freunden bis hinauf in die Chefetagen der Verkehrsministerien, der Krankenkassen und Kommunen. Und es hat auch einen Hauptfeind. Aber das ist nicht das Auto an sich. Doch nach der neusten Unfallstatistik bleibt das Kraftfahrzeug der Hauptunfallgegner, wobei zu ergänzen ist: bei den amtlich erfassten Unfällen mit Fahrrädern.

          88.850 Radfahrer jeglichen Geschlechts verunglückten 2018, elf Prozent mehr als im Jahr zuvor, praktisch alle halbe Stunde ein Verletzter. Zusätzlich muss nach wie vor die Dunkelziffer durch nicht bekannt werdende Unfälle ohne Beteiligung anderer Verkehrsteilnehmer hoch eingeschätzt werden. 445 Radler wurden an den 365 Tagen des Jahres 2018 getötet – 17 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, 21 im Kindesalter, und das, während Autofahren statistisch betrachtet immer sicherer wird. Nur Ignoranten können diese Entwicklung dem Elektrorad und der mangelnden Disziplin der Radler allein ankreiden. Etwa zwei Drittel der Fahrradunfälle sind Kollisionen mit Autos, speziell beim Ein- und Abbiegen sowie Kreuzen. Und in drei Viertel dieser Fälle liegt beim Lenker des Kraftfahrzeugs das Verschulden.

          Also doch Hauptfeind Auto? Nein, der Hauptfeind des Fahrradfahrers im Straßenverkehr ist die politische Untätigkeit auf allen Ebenen. Publikumswirksam tönt der Bundesverkehrsminister von Reformen; dort, wo tatsächlich Rad gefahren wird, sieht es düster aus. Es ist nicht bloß die übliche Lobbyarbeit, wenn der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club ein nationales Bauprogramm für eine schützende Radverkehrsinfrastruktur fordert. Statt fürs Radfahren immer nur fleißig zu werben, muss dringend investiert werden, um die stetig wachsende Zahl der Radler vor Gefahren zu bewahren – nicht zuletzt vor den Schlaglöchern und Wurzelaufbrüchen der vielen einfach nur miserablen Radwege.

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