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Schlusslicht : Hauptsache anders

Müssen sich jetzt einen anderen Job suchen: Hostessen auf der IAA Bild: Helmut Fricke

Wir weinen der IAA eine Träne nach. Aber nur eine. Den Briten gebührt die zweite. Aber wir könnten mal wieder richtig heulen, wenn etwas ohne Konzept abgeschafft wird.

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          Sogar ein überzeugter Europäer ist nicht immer frei von Lokalpatriotismus. Zum Beispiel, wenn die Frankfurter Eintracht spielt. Auch auf die heimische Messe sind wir zuweilen stolz, kaum eine andere bietet Ausstellern und Besuchern mehr Möglichkeiten. Deshalb weinen wir der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt eine Träne nach. Aber nur eine, denn so, wie wir sie seit Jahrzehnten kennen, wird sie ohnehin nie wieder sein: Das Mekka der Autofans war sie einmal, künftig wird sie irgend etwas, das mit modernen Verkehrskonzepten zu tun haben soll. Was das sein könnte, wissen wir nicht.

          Lukas Weber

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Damit sind wir offenbar nicht alleine, denn ein paar Elektroautos auf dem Freigelände werden die Menschheit nicht zum Umsteigen bewegen. Gerade läuft wieder so eines im Test, und zwar kaum mehr als halb so lange wie versprochen, dann ist die Batterie leer. Vielleicht ist die Elektromobilität wirklich bald der Gewinner des Klimawandels – aber nur, weil den Akkus dann nicht mehr so kalt ist. Derzeit überbieten sich die Hersteller mit Rabatten, weil niemand mit Strom fahren will, sie aber viele vorgeblich emissionsfreie Vehikel in der Verkaufsstatistik brauchen. Ein Konzept ist das nicht.

          Selbst auf die Gefahr hin, als bemooster Konservativer zu gelten: Wenn par ordre du mufti etwas abgeschafft wird, sollte das, was kommt, besser oder wenigstens der Plan schlüssig sein. Weg mit dem Plastik, wer beweist uns, dass Papiertüten und Jute grüner sind? Weg mit der Kohle, wodurch wird sie ersetzt? Weg mit dem Kleingeld, das können wir nachvollziehen. Und weil nun auch die Briten weg sind, gebührt ihnen unsere zweite Träne.

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