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Apple Music : Gutes auf die Ohren

Apple Music bietet zukünftig auch Musikdateien mit verlustfreiem Klang an. Bild: Picture-Alliance

Dreidimensional und verlustfrei abgeliefert: Der Streamingdienst Apple Music bietet künftig besseren Klang und Dolby Atmos. So will man anspruchsvolle HiFi-Freunde locken.

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          Der Musik-Streamingdienst Apple Music verbessert vom Juni an die Audioqualität. Die Stücke werden verlustfrei, unkomprimiert in CD-Qualität oder gar noch besser angeboten. Bislang dampft Apple Music, wie alle anderen Streamingdienste, die Musik ein. Apple nutzt das AAC-Format mit einer Datenrate von 256 Kbit/s. Durch das Komprimieren werden Töne weggelassen, zum Beispiel jene, die ohnehin von lauteren Tönen überdeckt werden. Das erledigen entsprechende Algorithmen mit dem Vorzug einer guten Musikqualität bei geringen Dateigrößen.

          Michael Spehr
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Nun stehen mit dem neuen Apple Music zwei hochauflösende Formate zur Verfügung. Zum einen „Lossless“ mit einer Datenrate von 1600 KBit/s. Das ist bereits etwas mehr als die Bandbreite einer Audio-CD und wird für alle 75 Millionen Musiktitel angeboten. Zum anderen „High Resolution Lossless“ mit 9666 KBit/s für höchste Ansprüche. Dies erfordert allerdings besondere Hardware und einen kabelgebundenen Kopfhörer. Die App zeigt, welche Bitrate welches Stück hat.

          Weitere Stücke sind für Surroundformate wie Spatial Audio mit Dolby Atmos optimiert. Das funktioniert mit fast allen Endgeräten, und die 3D-Effekte sind unmittelbar erfahrbar. Die Funktion startet im Juni mit einigen tausend Titeln. „Stereo liegt hinter uns, Spatial Audio ist die Zukunft“, heißt es. Dolby Atmos wird auf allen Airpods und Beats-Kopfhörern mit H1- oder W1-Chip wiedergegeben, ferner auch mit den eingebauten Lautsprechern der jüngsten Modelle des iPhone, iPad und Mac.

          Guter Klang heißt mehr Speicherbedarf

          Je höher die Datenrate, desto unverfälschter gelangt die Musik an das wiedergebende Endgerät. Allerdings wachsen auch die Dateigrößen. Ein dreiminütiger Song beansprucht im Speicher des iPhone sechs Megabyte. Mit Lossless wächst die Datei auf 36 Megabyte, mit High-Res-Format gar auf 145 Megabyte. Wer eine umfangreiche Musikbibliothek hat, wird schnell an Speichergrenzen stoßen.

          Apple Music kostet wie gehabt 10 Euro im Monat. Ferner gibt es Familienabonnements. Der Streamingdienst startete 2015 und hat nach Schätzungen mehr als 70 Millionen Abonnenten in aller Welt. Die erforderliche App gibt es auch für Android-Smartphones. Rivale Spotify hat 158 Millionen Abonnenten.

          Hochauflösend können auch andere

          Musik-Streaming in verlustfreien Formaten ist keineswegs neu. Tidal hat seit Jahren hochauflösendes Streaming mit Datenraten von 1400 KBit/s (CD-Qualität) und 1850 KBit/s. Amazon Music HD bietet seine Songs mit einer durchschnittlichen Bitrate von 850 KBit/s und im Ultra-HD-Format mit 3730 KBit/s an. Spotify will noch in diesem Jahr mit verlustfreien Formaten starten.

          Ein weit verbreiteter Einwand gegen verlustfreie Formate lautet, dass ein klanglich signifikanter Unterschied zwischen komprimierter und unkomprimierter Musik kaum oder nicht zu hören ist. Das sagt auch Apple. In „Technik & Motor“ werden wir das neue Apple Music nach ausgiebigen Hörtests demnächst vorstellen.

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