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Tech-Talk : Törn zum Guten

  • -Aktualisiert am

Was ist umweltfreundlich an Gretas Törn nach New York, abgesehen vom Symbolgehalt? Eine heikle Frage. Ist die Reise gar eine Farce?

          Was ist umweltfreundlich an Gretas Törn nach New York, abgesehen vom Symbolgehalt? Heikle Frage. Rumpf und Rigg der „Malizia“ bestehen nicht aus Schilf und Bambus, die Segel ebenso wenig aus Öko-Baumwolle wie die anscheinend nagelneue Goretex-Segelmontur der fünf Personen, die am Mittwoch von Plymouth aus aufgebrochen sind.

          Bau und Betrieb eines weltumspannend eingesetzten Kohlefaser-Rennboots sind alles andere als eine Wohltat für die Umwelt. Der Verbrauch an Rohstoffen und Energie ist beträchtlich, es gibt Bruch und Verschleiß, es wird modifiziert und optimiert. Solarpaneele und Schleppgeneratoren zur abgasfreien Produktion des Bordstroms kann man als Ausdruck von Umweltbewusstsein werten. Doch steht diese gebräuchliche Technik nicht zuletzt im Zeichen des Gewichtssparens und der Konkurrenzfähigkeit in der hochgezüchteten Imoca-Klasse: Es muss weniger Treibstoff für den Dieselgenerator mitgeführt werden.

          Fünf Menschen gehen segeln, damit ein Mädchen nicht fliegen muss. Reporterscharen, Kamerateams reisen (fliegen?) nach Plymouth, um das große Schauspiel um die kleine Person zu verfolgen. Für ökologisch korrekte Shuttledienste am Tag der Abreise werden Elektro-Außenbordboote herangeschafft. Meteorologen fürs Wetterrouting, Techniker, Ärzte wachen aus der Ferne. Skipper Boris Herrmann und Co-Skipper Pierre Casiraghi werden von New York aus heimfliegen – Termine, Termine. Vier Helfer des „Malizia“-Teams holen das Boot in Amerika ab; zwei davon sind praktischerweise schon in der Gegend, zwei fliegen eigens hin.

          Durch Geldspenden soll CO2-Kompensation für die Fliegerei geleistet werden, immerhin. Eine Farce? Seien wir nicht zu hart im Urteil, würdigen die gute Absicht, die gute Geste und wünschen eine sichere Reise!

          Walter Wille

          Redaktion „Technik und Motor“

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