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Schlusslicht : Segeln för Klimatet

„Sehr intensive Naturwahrnehmung“: Mit seiner „Malizia II.“ will Herrmann 2020 an der Regatta „Vendée Globe“ teilnehmen. Bild: Reuters

Das Schämen liegt gerade im Trend. Und das Nicht-Fliegen. Wer über den Atlantik nach New York reisen muss, segelt einfach. Ja, warum eigentlich nicht?

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          Das Schämen liegt gerade im Trend. Allerdings besteht das Problem mit dem Schämen darin, dass es sich nicht verordnen lässt. Als beispielsweise dieser Tage der Condor-Flug DE 1505 aus Palma de Mallorca nach einer Stunde und 47 Minuten intensiven Kerosinverfeuerns in Frankfurt aufgesetzt hatte, brandete Applaus auf in der Urlauberboeing 757, so laut wie in den Zeiten, als das Fliegen noch unschuldig war. Augenzeugen berichten von nicht nur braungebrannten, sondern obendrein frohgemuten Gesichtern in der vollgepackten Maschine. Erschütternde Erkenntnis: Es gibt Menschen, die wollen sich einfach nicht schämen.

          Walter Wille

          Redaktion „Technik und Motor“

          Dabei müssten sie sich bloß an Greta orientieren. Die junge Schwedin wird, wie wir seit dieser Woche wissen, über den Atlantik reisen und in Amerika ihre Klimamission fortsetzen. Um nicht fliegen zu müssen, wird sie segeln. Der deutsche Profiskipper Boris Herrmann und sein Kompagnon Pierre Casiraghi, Sohn von Prinzessin Caroline, werden sie mit ihrer 18-Meter-Rennyacht „Malizia II“ hinüberbringen. Mit an Bord: Papa und ein Dokumentarfilmer. Wir behaupten hier nicht, dass es sich um einen PR-Gag eines um Aufmerksamkeit und Sponsorengelder kämpfenden Segelrennstalls handelt, obschon Segelrennställe immer um Aufmerksamkeit und Sponsorengelder kämpfen, weil das Hochsee-Rennsegeln furchtbar teuer ist. Und wenn Sie finden, dass es allmählich albern wird, entgegnen wir: Machen Sie das erst mal nach!

          Ja, warum eigentlich nicht? Wenn bald wir alle für Ferien oder Geschäftstermin in Amerika über den Atlantik segeln, wäre klimatechnisch schon viel gewonnen. „Malizia“, eine der schnellsten, unbequemsten Karbonraketen der Welt, wird rund zwei Wochen brauchen, wir sollten mit dem Doppelten kalkulieren. Und noch etwas mehr, wenn nicht Ost-, sondern Westküste das Ziel sein sollte. Ist aber machbar. Bei Stau im Panamakanal unten um Kap Hoorn herum. Oder oben durch die Nordwestpassage, die wegen des Klimawandels immer öfter eisfrei ist.

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