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Tech-Talk : Gold unter Tage

  • -Aktualisiert am

Ob Autos künftig noch in Innenstädte einfahren dürfen, wird vor allem wegen Schadstoffnormen diskutiert. Der wahre Schatz aber sind Tiefgaragenparkplätze. Die kosten inzwischen ein Vermögen.

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          Ob Autos künftig noch in Innenstädte einfahren dürfen, ob mit Verbrennungsmotor oder überhaupt, wird derzeit ja vor allem unter dem Gesichtspunkt von Schadstoffnormen diskutiert. Doch ganz gleich, ob Benziner oder Diesel oder solche mit Elektroantrieb, das Fahrzeug muss irgendwo abgestellt werden können, und da fangen die Probleme erst richtig an.

          In Hamburg leistet sich das Ordnungsamt neuerdings die Posse, Strafzettel an Motorroller zu verteilen, sofern die auf nicht gekennzeichneten Flächen, etwa am Rande des Bürgersteigs, abgestellt sind. Also parken die jetzt auf Autostellplätzen, treten dort mit denselben in Konkurrenz, und einen Strafzettel gibt es obendrein, sofern der Fahrer kein Parkticket gezogen und ans Moped (wohin eigentlich, ohne dass es wegfliegt oder gestohlen werden kann?) geheftet hat. Darüber ließe sich lachen oder streiten, doch unzweifelhaft gibt es in den Städten zu wenig Raum für die vielen Autos oder zu viele Autos für den knappen Raum. Wer neue Häuser baut, ist deshalb verpflichtet, eine bestimmte Anzahl Parkplätze mitzubauen, ob als Stellplatz draußen oder in der Tiefgarage. Die haben langsam Goldstandard.

          Im angesagten Frankfurter Nordend entsteht gerade ein recht attraktiver Neubau mit 181 Wohnungen, der Quadratmeter zu Tarifen um 9000 bis 10 000 Euro. Preisfrage: Wie viel kostet ein dazugehöriger, immerhin nicht als unangenehmer Doppelparker sondern als gut nutzbarer Einzelplatz konstruierter Tiefgaragenplatz? Tief Luft holen: 50.000 Euro.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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