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Gitarre Deimel Doublestar : Gemischte Töne aus Berlin

  • -Aktualisiert am

Unter dem Ahornfurnier verbirgt sich ein Korpus aus Mahagoni Bild: Hersteller

Die Deimel Doublestar nimmt Anleihen bei den Großen und besticht mit eigener Note. Hervorragende Klangeigenschaften und beste Verarbeitung gibt es bei dieser Gitarre mit dazu.

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          Zugegeben, so, wie sich die Deimel Doublestar, frisch vom Paketservice geliefert, als Testgitarre im Koffer liegend, dem ersten prüfenden Blick unterziehen muss, hat sie es nicht leicht. Schon mal gesehen, schießt es durch den Kopf. So ist die Korpusform klar der Gibson Double Cutaway Junior entlehnt, deren Wurzeln auf das Jahr 1958 zurückgehen. Dieses Frühwerk aus der renommierten amerikanischen Gitarrenschmiede Gibson hat es nie bis ganz oben in der Käufergunst geschafft, dafür gab es zu viele hervorragende Konkurrenten aus dem eigenen Haus, wie die Modelle Les Paul und SG. Alle zusammen haben sie mit ihren meist doppelspuligen Tonabnehmern (Humbuckern) so ziemlich eine Hälfte der Standards auf dem weltweiten Gitarrenmarkt gesetzt.

          Auf den zweiten Blick und beim Herausnehmen aus dem Koffer offenbart sich aber schon eine Reihe von Merkmalen, die neugierig stimmen. Das beginnt mit den hochwertigen Materialien, die der Berliner Gitarrenbauer Frank Deimel für seine Doublestar verwendet hat: Der Korpus besteht aus einem einteiligen Stück Swietenia-Mahagoni aus zertifiziertem Anbau. Ein wunderschöner Riegelahorn-Aufleimer, mittig gespiegelt, verleiht der Gitarre trotz der konservativen Korpusform Eleganz. Auch der Hals besteht aus einem einteiligen Stück Swietenia-Mahagoni, das Griffbrett ist aus ostindischem Palisander, das Schlagbrett aus Tortoise-Zelluloid. Die Mechaniken, welche die Saiten in Stimmung halten sollen, sind KlusonTone Pros. Als Lack wird Nitrozellulose verwendet, eingefärbt in ein leicht cremiges Maple Honey. Der optische Eindruck ist makellos.

          Bereits trocken gespielt, also ohne Verstärker, entfaltet die Deimel Doublestar ihr Klangspektrum. Deutlich hörbar und gleichmäßig schwingen die Saiten mit kräftigem Ton. Die Lage auf dem 22 Bünde umfassenden und etwa 65 Zentimeter langen Hals, der somit die Mensur eines Fender-Halses hat, aber die in der Dicke dem Hals der 1959er Les Paul nachempfunden ist und als mittelstark bezeichnet wird, ist perfekt. Die Gitarre ist leicht spielbar. Die Töne schwingen dank des kräftigen Mahagoni-Korpus lange aus.

          Das Beste aus den Gitarrenwelten von Gibson und Fender

          Die Neugierde steigert sich mit Blick auf die Kombination der Tonabnehmer und des verwendeten Stegs. Denn hier offenbart sich die Philosophie des Berliner Gitarrenbauers, der das Beste aus den Gitarrenwelten von Gibson und dem großen amerikanischen Konkurrenten Fender, der die andere Hälfte der weltweiten Standards gesetzt hat, vereinen möchte: die Sahnigkeit des Gibson-Tons mit der Perkussivität des Fender-Tons. Für das Erstere soll ein Wide Range Humbucker vom deutschen Tonabnehmerspezialisten Kloppmann (www.kloppmann-electrics.de) sorgen. Für das Letztere ist ein Kloppmann-Tillcaster am Steg verantwortlich. Der Steg, eine Neuentwicklung von Mastery mit dem Namen Mastery M3, sieht demjenigen einer Fender Telecaster zum Verwechseln ähnlich und unterstreicht auch in der Optik, dass hier kräftig bei Fender Anleihen genommen wurden.

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