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Tech-Talk : Gefahr auf dem Rad

  • -Aktualisiert am

Nun bekommen die Verantwortlichen die düsteren Fakten von eher unverdächtiger Seite präsentiert. Die Unfälle mit und zwischen Radfahrenden nehmen stark zu.

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          Nun bekommen die Verantwortlichen die düsteren Fakten von eher unverdächtiger Seite präsentiert. Denn es ist nicht bloß das üblich gewordene, von Lobbyismus motivierte Gezeter, wenn die Forscher der Allianz-Versicherung darauf hinweisen, dass die Unfälle mit und zwischen Radfahrenden stark zunehmen. Verkürzt man die Untersuchung allerdings wie geschehen auf die Schlagzeile „Radfahrer verursachen immer mehr Unfälle“, geht die an sich richtige Aussage an der Wahrheit haarscharf vorbei.

          Die Allianz hat Zahlen des Statistischen Bundesamtes ausgewertet, wonach zwischen 2001 und 2018 die Zahl der jährlich von Radfahrern verursachten Unfälle um rund zehn Prozent, von etwa 19.100 auf 21.100 gestiegen ist. Wesentlich dramatischer, nämlich um 47 Prozent, stieg im gleichen Zeitraum die Zahl der Unfälle, bei denen beide beteiligte Seiten Radfahrer waren: von 3837 auf 5648. „Ein Grund dafür dürfte sein, dass das vorhandene Radwegenetz dem veränderten Radverkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen ist“, interpretiert ein Unfallforscher diese Entwicklung.

          Das ist selbstverständlich eine Steilvorlage für den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club. Der verweist nicht zum ersten Mal darauf, dass die Infrastruktur der Verkehrsflächen mit der Zunahme des heftig beworbenen Radverkehrs und all dessen, was sich sonst noch so auf Radwegen tummelt wie Scooter, Rollbretter, Anhänger und Lastenräder, einfach nicht Schritt hält. Völlig unterdimensioniert oder zerschlissen sind noch eher gemäßigte Bewertungen für den Zustand der vielerorts schlicht miserablen Radverkehrsanlagen. Der verbalen Förderung des Radverkehrs folgen zu wenige oder nur halbherzige Taten. Die schlimme Quittung: Obwohl die Zahl der Verkehrstoten abnimmt, sterben Jahr für Jahr mehr Radler.

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