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Infotainment im Grand Scénic : Mon Dieu, Renault, hier ist aber wirklich Geduld gefragt

Verweile doch: Das Infotainment R-Link 2 im Grand Scénic von Renault verlangt seinem Fahrer Geduld ab. Bild: Renault

Das Infotainment im Renault Grand Scénic erfüllt seine Pflicht. Sprachsteuerung und Apps sind an Bord. Damit es auch für die Kür reicht, könnte R-Link 2 aber eine Modernisierung vertragen.

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          Kein Navi, kleines Navi, großes Navi: So kann man die Infotainment-Ausstattung der unterschiedlichen Modellvarianten des Renault Grand Scénic auf den Punkt bringen. Serienmäßig fährt im Basismodell Zen ein Bordsystem mit, das mit Radio und Bluetooth-Freisprecher aufwartet, aber keinen Routenführer hat. Ist dieser erwünscht, nimmt man mindestens die Version Intens oder die von uns erprobte Modellreihe Black Edition. Der Unterschied ist im Wesentlichen die Größe des Bordmonitors, der eine Diagonale von 7 oder 8,7 Zoll hat.

          Michael Spehr
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Zum Einsatz kommt jedes Mal das etwas in die Jahre gekommene R-Link-2-System mit einer hochkant stehenden Anzeige, die berührungsempfindlich ist. Die im Bild sichtbaren Drehsteller und unter der Anzeige liegenden physischen Tasten sind für die Bedienung der Klimaanlage zuständig. Wer mit R-Link 2 hantieren will, muss vielmehr mit dem Finger aufs Display tippen, und leider sind die Menüschaltflächen am oberen und unteren Bildschirmrand sehr klein geraten. So gerät der Aufruf der Menüs für Navigation oder Telefonie bisweilen zu einer Geduldsprobe, zumal auch die Bedienung nicht selbsterklärend ist. Zwischen verschiedenen Fenstern wechselt man mit horizontalen Wischbewegungen. Nicht immer arbeitet R-Link 2 dabei hinreichend schnell.

          Für die Lautstärkeeinstellung kommt ein Bediensatellit zum Einsatz, den man als Fahrer nicht sieht, weil er sich genau hinter der rechten Lenkradspeiche verbirgt. Alternativ lässt sich die Lautstärke auch mit Display-Schaltflächen justieren. Zwar gehört eine Spracherkennung zur Ausstattung, aber der Komfort hält sich in Grenzen. Zunächst muss man „Ziel“ sagen, bevor man dann die Adresse oder die letzten Ziele vorsprechen kann, und die Erkennung ist mäßig. Indes gefällt die Tomtom-Routenführung, weil sie Echtzeit-Verkehrsinformationen mitbringt. Sie sind ein Jahr unentgeltlich nutzbar. Die Qualität der Staudaten war während unserer Fahrten gut. Die Zeichnung von Straßen und der Umgebung auf dem Display könnte feiner und detailreicher sein, die Hinweise aufs Tempolimit mit kameragestützter Erkennung der Verkehrszeichen gefielen hingegen.

          Bewährte Technik: Das Cockpit im Renault Grand Scénic
          Bewährte Technik: Das Cockpit im Renault Grand Scénic : Bild: Renault

          Der Grand Scénic ist zudem eines der wenigen Fahrzeuge, die Hinweise vor Gefahrenstellen mit Geschwindigkeitsmessanlagen geben. In den entsprechenden Menüs kann man detailliert vorgeben, vor welchen Gefahren man wann und wie gewarnt werden soll. Das alles funktioniert auf deutschen Straßen einwandfrei, ist aber nicht erlaubt. Man deaktiviere also die entsprechenden Optionen.

          Unter „Meine Apps“ zeigte der Renault einen App-Manager und einen R-Link-Store, die beide nicht aufrufbar waren. Die vorinstallierten Apps sind eine Nachrichtenseite, der wohl obligatorische Wetterbericht und die App Coyote, welche ebenfalls der Navigation dient, aber nicht startete.

          Über alle nur denkbaren Zuspieler gibt R-Link 2 Musik und Unterhaltung wieder, mit mehreren USB-Buchsen finden das Smartphone des Fahrers und die seiner Begleiter sofort Anschluss. Per Kabel angebunden funktionieren dann auch Apple Carplay und Android Auto inklusive der Navigation von Apple und Google. Ein Head-up-Display kostet einen Aufpreis von 500 Euro. Wer die Black Edition wählt, findet auch ein Bose-Surround-Soundsystem im Fahrzeug vor. Insgesamt erfüllt R-Link 2 seine Pflicht, könnte aber alsbald eine umfassende Modernisierung vertragen.

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