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Stromausfall in Dresden : Funkenflug

Da war aber was los im Netz. In der vergangenen Woche ist es gleich in zwei Städten zu großflächigen Stromausfällen gekommen. Die Beispiele zeigen: Wenn uns die Stabilität des Stromnetzes wichtig ist, reicht es nicht, sich nur auf die Energiewende als Blackout-Gespenst zu konzentrieren.

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          Fangen wir doch mit einer guten Nachricht an: Allen Unkenrufen zum Trotz ist das Stromnetz seit Ausbau der Solar- und Windkraft verlässlicher geworden. Jedes Jahr teilt die Bundesnetzagentur mit, wie lange jeder Deutsche im Schnitt pro Jahr keinen Strom hatte. Seit Beginn der Messung 2006 hat sich dieser Wert auf 10,73 Minuten halbiert, während sich der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch vervierfacht hat. Erneuerbare führen also nicht unausweichlich in den Stromausfall. Aber dass es auch so bleibt, ist natürlich nicht garantiert. Atomausstieg, schleppender Netzausbau, fehlende Speicher. Das sind ein paar ernsthafte Fragezeichen. Sich einseitig auf die Energiewende als Blackout-Gespenst zu konzentrieren ist trotzdem unklug, weil man nur zu gerne ignoriert, wie fragil das Stromnetz an anderen Stellen ist.

          Extremwetter hat dieses Jahr zig Menschen, von Texas bis Ahrweiler, von elementarster Versorgung abgeschnitten. Und allein vergangene Woche haben vermeintlich banale Dinge mächtig viele Elektronen ausgebremst. Ein fehlerhaftes Kabel drehte 20 000 Haushalten in Wiesbaden den Strom ab. In Dresden ging einem metallbeschichteten Luftballon die Puste so punktgenau über dem Umspannwerk aus, dass 300 000 Haushalte und Unternehmen betroffen waren. Einen Sabotageakt schließt die Polizei nach Ermittlungen aus. Doch denkbar ist es wohl, eine Stadt mit nichts als einem Jahrmarktballon lahmzulegen. Das gibt zu denken, denn glaubt man Fachleuten, haben wir mit unserer Idee von Cybersicherheit im Energiesystem bisher ohnehin mehr Glück als Verstand bewiesen. Deshalb schließen wir mit einer ernüchternden Nachricht. Das Netz braucht mehr von allem: Leitungen, Speicher, doppelte Böden, Schutz.

          Anna-Lena Niemann
          Redakteurin in der Wirtschaft.

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