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Frau Barra : Beschissene Autos

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In die Führungsetagen von Unternehmen sollen mehr Frauen einziehen? Bitte sehr, der amerikanische Autohersteller General Motors liefert. Mary Barra heißt die Dame, die Detroits Giganten seit zwei Wochen führt.

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          In die Führungsetagen von Unternehmen sollen mehr Frauen einziehen? Bitte sehr, der amerikanische Autohersteller General Motors liefert. Mary Barra heißt die Dame, die Detroits Giganten seit zwei Wochen führt. So wie Regierungschefs darauf achten, welches Land die Bundeskanzlerin nach ihrer Wahl zuerst bereist, hat der Konzern gespannt auf Barra geblickt. Sie ist nach Rüsselsheim geflogen, zu Opel, und das wertet die wenig verwöhnte Tochtergesellschaft als Beweis gewisser Mutterliebe. Wer nach den ersten freundlichen Worten aufatmete, möge sich ihrer Botschaft erinnern. Sie wolle „keine beschissenen Autos mehr“, sagte Barra zum Auftakt. Na denn, Opel-Chef Neumann, das ist doch mal ’ne unmissverständliche Ansage.

          Ob sie in Russland zugehört haben? Dort scheint Lada eine ganze Menge beschissener Autos zu bauen, oder aber es sind zu viele Menschen mit was auch immer beschäftigt. Früher hieß es ja, es liefen mehr Autos vom Band als aus der Halle, und wo der Schwund bleibe, sei unerklärlich. Das ist natürlich vorbei. Jetzt ist ein westlich orientierter Chef an Deck, der heißt Bo Andersson und streicht als erstes 7500 Stellen. Das sind zehn Prozent der Mannschaft, aber genau genommen Peanuts. Zuvor war Andersson Chef des Lastwagenherstellers Gaz, und da hat er binnen fünf Jahren fast 50.000 Mitarbeiter entlassen. Ob der Mann auch Geschäftsideen hat?

          Sergio Marchionne hat die. Der ist Vorstandsvorsitzender von Fiat und hat beschlossen, dass die Italiener ihren Sitz nach Holland verlegen, in Großbritannien Erträge versteuern, mit ihrer amerikanischen Ertragsperle zu Fiat Chrysler Automobiles verschmelzen und Aktien in New York und Mailand notieren. Um frische Produkte soll es bei Gelegenheit auch gehen. Im April will Marchionne seinen Modellmasterplan vorstellen. Kleiner Tipp von Frau Barra gefällig?

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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