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Folgen des Abgasskandals : VW unter Strom

  • -Aktualisiert am

Wer angenommen hat, in Wolfsburg bleibe nach dem Skandal um manipulierte Abgaswerte kein Stein auf dem anderen, sieht sich nun bestätigt.

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          Wer angenommen hat, in Wolfsburg bleibe nach dem Skandal um manipulierte Abgaswerte kein Stein auf dem anderen, sieht sich nun bestätigt. Ob die Rückstellungen ausreichen und wie hoch die Strafen ausfallen werden, weiß kein Mensch, Volkswagen tritt deshalb die Flucht nach vorne an und setzt auf technische Pläne, die bis vor kurzem noch ins Reich der Fabel verwiesen worden wären. Fast sieht es aus, als wolle der neue Vorstand das VW-Werk zum E-Werk umbauen.

          Es wird ein Baukasten entwickelt, aus dem jede Menge Elektroautos purzeln sollen, mit rund 300 Kilometern Reichweite und in der volumenträchtigen Golf-Klasse. Der teure Leuchtturm Phaeton wird ebenfalls elektrifiziert. Der neue Vorstandsvorsitzende Matthias Müller ist der Meinung, VW brauche ein Statussymbol oberhalb des Passats, aber eben eines, das nach sauberer Zukunft schmeckt und nicht nach schmutziger Vergangenheit.

          Die Technik wollen Audi (2018) und Porsche (2019) ohnehin auffahren, da kann sich der Phaeton bedienen. Der Elektroschock soll zudem andere Marken des Hauses und die leichten Nutzfahrzeuge treffen. Die tollkühnen Pläne werden weder Diesel noch Benziner mittelfristig verdrängen, es werden Jahre bis zur Markteinführung vergehen, und sie werden viel Geld kosten. VW setzt ein Signal, mehr noch nicht.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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