https://www.faz.net/-gy9-9pz3h

Saubere Luft : Wofür Stickoxid-Filter?

  • -Aktualisiert am

Wie bekommt man Stickoxide aus der Luft? Mit Filtern, die direkt vor den Messstationen aufgebaut werden, gerade so, wie das auch mit Feinstaub geht. Ist das sauber?

          1 Min.

          Wer hat das mitbekommen? Vor ein paar Tagen haben die Filterleute von Mann+Hummel ihre 17 Luftreiniger am berüchtigten Stuttgarter Neckartor durch 23 weiterentwickelte Systeme ersetzt, die eine größere Filterfläche haben. Daraus lässt sich schließen, dass die vor gut einem Jahr installierten Kombifilter zwar zuverlässig und noch dazu je nach Anforderung einstellbar den Feinstaub aus der Luft holen, die Stickoxide aber noch zu frei umherschweben. Mit den neuen Filtern, so heißt es aufgrund der bisherigen Erfahrungen, sollte es zu schaffen sein, die Konzentration um zehn bis 30 Prozent zu senken. Dann wäre das Neckartor endlich sauber im Sinne des Gesetzgebers.

          Selbst falls das klappte, sei es Betrug, schimpfen jene, die lieber Fahrverbote für Dieselfahrzeuge hätten. Da könne man ja gleich eine ABC-Schutzmaske vor den Lufteinlass hängen, denn sauberer werde die Luft nur unmittelbar neben der Reinigungsanlage. Das stimmt, und es zeigt zugleich, wie verlogen die ganze Argumentation im Streit um die Luftqualität ist. Denn auch die Belastung wird ja nur in der direkten Umgebung der Messstation gemessen, selbst wenn weltfremde Richter und schlampig gemachte TÜV-Gutachten etwas anderes vorgaukeln – assistiert von medialen Fachleuten, die von Dieselautos schreiben, die weiter stinken dürfen, obwohl Stickoxide gar nicht müffeln, und giftige Autoabgase mit Wasserdampf aus dem Auspuff illustrieren.

          Inzwischen hat sich aber herumgesprochen, dass Feinstaub viel gefährlicher ist als Stickoxide – zum Ärger der Fahrverbotsaktivisten ist das nicht sexy, weil man mit ihm nicht auf dem Dieselmotor herumhacken kann. Merke: Die Luft in den Städten wird ohnehin immer besser. Wer den Verkehr behindern will, muss also darum kämpfen, dass die Grenzwerte noch schärfer werden. Im Gegenzug werden dann halt mehr Filter um die Messanlagen herum montiert. Der Unfug ist vor allem eines: reichlich teuer.

          Lukas Weber

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Boris Johnson am Dienstag in London

          Brexit-Gespräche : Zollgrenze in der Irischen See?

          Zum Start der Brexit-Verhandlungen in Brüssel am Mittwoch gibt es Gerüchte, London habe Zugeständnisse gemacht. Die Idee stößt in Großbritannien jedoch schon auf Kritik.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.