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Fahrverbote? : Oldtimerschreck

  • -Aktualisiert am

Aufregung um eine von Bundestag und Bundesrat beschlossene Gesetzesänderung. Doch es gehe keineswegs darum, Oldtimer künftig mit Fahrverboten zu belegen.

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          Das Auto hat es nicht leicht in diesen Tagen. Es ist schuld am Stau, an der schlechten Luft, und die vielen Raser gefährden Leib und Leben. Ja, das ist reichlich überspitzt formuliert, doch diesen Eindruck kann man schon bekommen. Und jetzt will der Gesetzgeber auch noch den Oldtimern ans Leder. Und nebenbei den Motorrädern. So steht es in Internetforen zu lesen, verbunden mit einiger Erregung. Etwas unbemerkt haben Bundestag und Bundesrat Ende Mai eine Änderung des Straßenverkehrsgesetzes verabschiedet, wonach Rechtsverordnungen möglich sind, um Gefahren abzuwehren, die von Fahrzeugen ausgehen. Außerdem ist vom Schutz vor Abgasen und Lärm und von Sonderregelungen für Sonntage die Rede. Die Oldtimer-Branche ist aufgeschreckt. Es wurde eine Online-Petition gegen das Gesetz gestartet, die schnell mehr als 50.000 Unterschriften gesammelt hat.

          Das nötige Quorum ist also schon erreicht. Es werden unter anderem Fahrverbote für Oldtimer befürchtet. Doch bei genauerer Betrachtung sieht es nach Sturm im Benzinerglas aus. Die entsprechenden Regelungen habe es auch schon vorher gegeben, sie seien nur präzisiert worden, sagt FDP-Verkehrspolitiker Oliver Luksic. Eigentlich bleibe alles beim Alten. Auch der ADAC betont, dass es sich lediglich um eine Neuformulierung handele. Und: „Eine Verschärfung der bisher schon möglichen Regelungen können wir dem nicht entnehmen.“ Man habe den neuen Sachverhalt von Juristen prüfen lassen. Warum dann aber die Änderung? Wachsamkeit ist stets ein guter Rat. Und der Hinweis, um was es hier geht: Oldtimer fahren im Schnitt nur 1500 Kilometer im Jahr. Sie sind wahrlich keinen Aktionismus wert.

          Boris Schmidt
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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