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Fahrtbericht : Hart am Wind und doch voller Ruhe

  • -Aktualisiert am

Nette Erscheinung: Das 645 Ci Cabrio von BMW Bild: BMW

Unter den wohl letzten Schneeflocken dieses Winters rollt das stärkste und jüngste Kabriolett von BMW in den Frühling. Das 645 Ci Cabrio - auf der Basis des im vorigen Jahr präsentierten 6er-Coupés. Eine erste Probefahrt.

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          Unter den wohl letzten Schneeflocken dieses Winters rollt das stärkste und jüngste Kabriolett von BMW in den Frühling. Das 645 Ci Cabrio - auf der Basis des im vorigen Jahr präsentierten 6er-Coupés - gibt es zunächst nur mit dem aus der 5er-Baureihe bekannten 4,5-Liter-V8, der den 1815 Kilogramm schweren Wagen mit 245 kW (333 PS) und ehrfurchtgebietendem Grollen in 6,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h treiben kann. Das Rauschen des Windes ist eine hübsche Untermalung der Übung, es schwillt selbst bei Höchstgeschwindigkeit nicht über Gebühr an. Das große BMW-Kabrio ist mit feinen Reisequalitäten ausgestattet. 80 000 Euro kostet der viersitzige 645Ci, 300 Liter Kofferraumvolumen (350 Liter bei geschlossenem Verdeck) bieten Platz für reichlich Geldkassetten.

          Das Spitzenmodell unter den offenen Autos der Bayerischen Motorenwerke glänzt im Bestreben, in möglichst allen Disziplinen der Kabrio-Konstruktion Bestwerte zu markieren. Besonders gelungen ist das beim Antriebsstrang. 450 Newtonmeter maximales Drehmoment wuchtet der V8 bei 3700 Umdrehungen in der Minute auf die Kurbelwelle, wobei dies mit spielerischer Leichtigkeit geschieht. Der Motor wirkt dabei nicht fiebrig, aber wie mit erhöhter Temperatur agierend. Im genormten Fahrzyklus sind 12,8 Liter Super-Plus-Benzin für 100 Kilometer fällig, die Automatikversion geht etwas sparsamer mit dem Sprit um, sie kommt auf einen Durchschnittsverbrauch von 11,5 Liter.

          Wohlkontrollierte Kraft

          Wohlkontrolliert fließt die Kraft in das serienmäßige Sechsganggetriebe, dessen Handschaltung jene Präzision vermittelt, die das Fahren zum Erleben automobiler Spontanität macht. Zur Wahl stehen für die Kraftübertragung zudem eine Sechsstufen-Automatik und das SMG-Getriebe, welches die gleichfalls sechs Gänge automatisch in 150 Millisekunden wechseln kann. Entweder selbständig beim Erreichen bestimmter Drehzahlen oder auf Wunsch des Fahrers über Schaltwippen am Lenkrad oder den kurzen Schaltstock auf der Mittelkonsole.

          Das 645 Ci Cabrio von BMW

          Die niedrigen Fahrgeräusche selbst bei der elektronisch auf 250 km/h begrenzten Höchstgeschwindigkeit erkauft BMW mit einer aufwendigen Konstruktion des automatisch in rund 25 Sekunden öffnenden Stoffverdecks. Zwischen Außenhaut und Innenverkleidung dämpft ein Schaumpolster die Geräusche, es sorgt zudem für hervorragende thermische Isolation. Der sanfte Schwung der 4,82 Meter langen Karosserie und die glatte, kantenfreie Gestaltung des Verdecks führen zu einem für ein Cabrio beachtlich niedrigen Luftwiderstandsbeiwert von 0,31, auch der sorgt für die Verringerung der Windgeräusche.

          Auf und zu bis Tempo 30

          Die stämmige Elektrohydraulik erlaubt, das Verdeck bis Tempo 30 zu öffnen oder zu schließen, bei stockendem Verkehr oder heranziehenden Gewitterwolken eine durchaus dankenswerte Unterstützung. Beim Offenfahren kann im Fond ein Windschott eingesetzt werden, dann kann auf den hinteren Plätzen zwar niemand mehr sitzen, die Frisur von Fahrer oder Beifahrer dafür um so besser. Wegen der besonderen Form des Verdecks mit zwei Finnen, die sich hinter den C-Säulen zur Kofferraumhaube neigen, bleibt die senkrecht stehende und separat elektrisch öffnende Heckscheibe weitgehend sauber. Bei geöffnetem Dach kann sie zudem als Windschutz für die Fondpassagiere dienen.

          Zur Serienausstattung gehören das Stabilitätsprogramm DSC, Front- und Seitenairbags, ein automatisch ausklappender Überrollschutz, Xenonlicht, Sitzheizung, elektrische Fensterheber rundum, die Klimaanlage sowie Leichtmetallräder und Lederausstattung. Das bayerische Windspiel steht für 80.000 Euro bei den Händlern.

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