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Energieserie – Teil 5 : Heute Erdgas, morgen Wasserstoff?

Wasserstoff weist eine um den Faktor acht geringere Masse auf als Methan, das Hauptbestandteil von Erdgas ist. Bild: by-studio

Das ist die Idee, wenn es heißt, Erdgas sei die Brückentechnologie für die Energiewende. Aber schaffen vorhandene Speicher und Leitungen das überhaupt? Einfach wird es nicht.

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          Leicht macht schnell, das gilt auch für Moleküle. Wasserstoff weist eine um den Faktor acht geringere Masse auf als Methan, das Hauptbestandteil von Erdgas ist. Werden Wasserstoffmoleküle erwärmt, geraten sie leichter in Bewegung. So leicht, dass sie schon bei minus 260 Grad Celsius verdampfen, Methan hingegen bei minus 161. Zudem können sich die kleinen Wasserstoffmoleküle mit der Zeit durch vermeintlich feste Metallwände mogeln und dort Schaden anrichten. Das alles gilt es im Blick zu behalten, wenn Erdgas durch grünen Wasserstoff, produziert mithilfe erneuerbarer Energie, ersetzt werden soll.

          Johannes Winterhagen
          Redakteur in der Wirtschaft, Ressort Technik und Motor

          Denn trotz der technischen Schwierigkeiten ist der Gedanke verlockend: die Gasinfrastruktur nutzen, die ohnehin schon da ist, und den Anteil des Wasserstoffs sukzessive erhöhen. Mehr als 500.000 Kilometer Leitungsnetz, 47 Großspeicher sowie Gaskraftwerke mit einer Gesamtleistung von 31 Gigawatt stellen ein erhebliches volkswirtschaftliches Vermögen dar. Auf 270 Milliarden Euro schätzt der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfachs (DVGW) den Wert des Netzes, in dem weder die Gasheizungen privater Nutzer noch Kraftwerke enthalten sind. Die Infrastruktur wächst durch den beschleunigten Ausbau von Hafenanlagen für den Flüssiggasimport derzeit sogar.

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