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Energieserie – Teil 1 : Akuter Gasmangel ist womöglich noch unser kleinstes Problem

Gelingt der Wandel? Noch ist Deutschlands Energielandschaft ein bunter Mix aus fossil betriebenen Kraftwerken und erneuerbaren Erzeugungsanlagen. Bild: dpa

Mitten im Wendemanöver: 23 Jahre bleiben, dann will Deutschland klimaneutral sein. Im Auftakt zur neuen Serie blicken wir auf unsere Energie: Wo wir stehen und wie der Wandel funktionieren kann.

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          Wer vor sechs Monaten sein Erspartes in die Hand genommen und mit den Worten „Ich möchte ganz groß in Heizlüfter investieren“ zur Bank gegangen wäre, den hätte der freundliche Mitarbeiter wohl zum wandelnden Betriebsrisiko erklärt. Heizlüfter, diese anspruchslosen Schwitzkästen, hatten sich doch in ihrer Nische eingerichtet. Mobiler Heißmacher für die Werkstatt, den Wohnwagen, die Gartenhütte. Nicht effizient, aber einfach. Solider Absatz, aber kein Schatz. Fürs Wohnzimmer oder die Küche waren sie nicht gedacht, und um Geld zu sparen, schon gar nicht. Nur ist jetzt eben alles anders. Jetzt kaufen die Deutschen wie verrückt Heizlüfter, weil sie nicht darauf vertrauen, dass ihnen die Gastherme im Winter noch dienen wird. Und weil an Kohlebriketts, Holz, Wärmepumpe und Solaranlage ohnehin kein Herankommen mehr ist.

          Anna-Lena Niemann
          Redakteurin im Ressort „Technik und Motor“.

          Mit dem Heizlüfterboom sind weitere vermeintliche Gewissheiten verpufft. Nun erklärt der Chef der FDP Windräder zu „Freiheitsenergien“. Der Ko-Chef der Grünen beauftragt LNG-Terminals. Eine Fridays-for-Future-Aktivistin erklärt den „Streckbetrieb“ der Atomkraftwerke für zumutbar. Der Chef der Bayern, der im Wahlwerbespot noch durch liebliche Landschaften radelte, fordert Fracking – wenn auch nicht vor seiner eigenen Haustür.

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