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Star schicker Vorstädte

Von HOLGER APPEL, CHRISTINE SIEBER (Karte) und ANDRÈ PIRON (Grafik)
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18. Mai 2021 · Wer kauft und fährt ein Elektroauto? Es dient oft als Zweit- oder Drittauto. Und es sucht und findet Anschluss in den wohlhabenderen Gegenden Deutschlands.

Sie leben in Ein- oder Zweifamilienhäusern in guten und exklusiven Wohngegenden mit großen Wohnflächen und Gärten. Meist stehen zwei andere Personenwagen schon in ihrer Garage, oft sogar noch mehr. Häufig dient das Elektrofahrzeug auch als Dienstwagen für Selbständige. Der in Deutschland seit 2019 spürbare Zuwachs an Elektroautos spielt sich bislang insbesondere in den wohlhabenden Gegenden ab. Mithin fließen auch die aus Steuergeld finanzierten Subventionen mehrheitlich dorthin. Ist das verwerflich? Es ist jedenfalls Fakt, wie der Neu-Isenburger Datenspezialist Acxiom mit Hilfe der Marktmediadaten aus Best for planning und Daten des Kraftfahrt-Bundesamts zusammengetragen hat. 

Gekauft werden Elektroautos demnach typischerweise überwiegend von Männern zwischen 35 und 59 Jahren mit hohem Sozialstatus. Sie sind oftmals verheiratet, haben Kinder. Hohe Öko- und Reiseaffinität zeichnet sie aus, ebenso ausgeprägte Spendenbereitschaft, vor allem für Umwelt und Natur, der sie sich in ihrer Freizeit verbunden fühlen, etwa durch Bergsteigen, Skifahren oder Golf spielen.

Besitzer von Elektroautos haben ein hohes Qualitäts- und Statusbewusstsein, sie achten beim Kauf besonders auf die Marke. Das unterscheidet sie von Käufern von Plug-In-Hybrid-Fahrzeugen, die stärker auf den Anschaffungspreis achten und grundsätzlich damit mehr Kilometer im Jahr zurücklegen, weil der Hybrid öfter als Erstauto dient.

Regional ist ein klares Süd-Nord-Ost-Gefälle erkennbar. Die meisten Elektroautos werden in Bayern zugelassen, gefolgt von Baden-Württemberg. In Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg- Vorpommern ist der Anteil an Elektrofahrzeugen deutlich geringer als im restlichen Deutschland.  








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Quelle: F.A.Z.

Veröffentlicht: 18.05.2021 09:21 Uhr