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Elektrische Lieferfahrzeuge : Vor dem Laden laden

Steht unter Strom: Opels Lieferwagen Vivaro fährt rein elektrisch. Bild: Opel Automobile GmbH

Nicht nur für Kleinwagen oder Limousinen: Rein elektrische Antriebe gibt es längst auch für leichte Nutzfahrzeuge. So fährt der Sprinter mit Strom, aber auch der neue Opel Vivaro.

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          Bis schwere Lastwagen rein elektrisch auf Langstrecke fahren, wird es noch dauern, und vielleicht ist hier doch die Brennstoffzelle die bessere Lösung, schlicht weil Akkus für Reichweiten von 1000 Kilometer und 30 Tonnen Nutzlast viel zu schwer werden. Diese Woche hat Mercedes-Benz eine große Initiative auf diesem Feld angekündigt. Und Lieferwagen für den Verteilerverkehr gibt es schon einige. So hat Amazon unlängst 1800 elektrische Mercedes-Benz Sprinter und Vito bestellt. Der kleine Streetscooter aus Aachen gehört als Fahrzeug der Post schon beinahe zum Straßenbild. Seine Produktion wird bald eingestellt. Damit ist der Versuch gescheitert, den angestammten Herstellern Konkurrenz zu machen.

          Die Batterie braucht Platz im Laderaum

          Boris Schmidt
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Weil Lieferdienste in der Regel ihre Strecken genau kennen, sind möglichst hohe Reichweiten nicht so sehr das Thema, eher geht es um die maximale Zuladung, die durch die schweren Batterien niedriger ist als bei konventionellen Fahrzeugen. Und sobald ein Kühlaggregat den Laderaum für Lebensmittel frisch halten muss, sind Elektrofahrzeuge außen vor, weil das die Batterie kaum leisten kann.

          Aktiv im Markt für elektrische Lieferwagen sind zurzeit der PSA-Konzern inklusive Opel, Mercedes-Benz, Nissan, Renault und Volkswagen. Mit dem Sprinter und dem kleineren Vito ist Mercedes-Benz gefühlter Marktführer, Nissan ist mit dem Evalia schon seit 2014 auf dem Markt, PSA besetzt das Feld mit dem Citroën Berlingo als Kastenwagen und dem Peugeot Partner. Auch der Renault Kangoo in der Lieferwagen-Variante ist schon länger zu haben, als Konkurrent für den Sprinter bietet Renault den elektrischen Master mit 3,1 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Übrigens gibt es auch von dem kleinen Zoe eine Cargo-Variante.

          Autohersteller wollen den Marktzweig nicht verschlafen

          Opel bietet ganz frisch den Vivaro mit drei Längen bis zu 5,30 Meter an. Rechnerisch beträgt das Ladevolumen dann 6600 Liter, drei Europaletten passen in den längsten Vivaro. Fürs kommende Jahr werden der kleine Combo und der große Movano angekündigt – alle drei Modelle sind eng mit denen von Peugeot-Citroën verwandt. Volkswagen selbst mischt zurzeit nur mit dem großen Crafter auf dem Elektro-Markt mit, der Caddy und der Transporter, also im Volksmund der VW Bus, werden von ABT elektrifiziert. Mit Spannung wird der elektrische Bulli erwartet, von dem es wahrscheinlich auch eine Cargo-Version geben wird. Toyota stößt 2021 mit dem Proace und dem Proace City dazu.

          Und Fiat? Gegen Ende des Jahres kommt der E-Ducato, in allen Aufbauvarianten mit den gleichen Ladevolumina von 10 bis 17 Kubikmetern. Die Reichweite soll marktgerechte 200 bis 300 Kilometer betragen. Wichtig ist, dass auch die Lieferwagen von der Elektroauto-Prämie profitieren.

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