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Probefahrt Mercedes-Benz EQV : Volt-Klasse für die Masse

Bild: Mercedes

Einen rein elektrischen Großraum-Van gibt es zurzeit von keinem anderen Hersteller. Für den Mercedes-Benz EQV sieht Daimler Hotels und Shuttle-Dienste als mögliche Kunden, aber auch Großfamilien und Sportler, die massenhaft Platz brauchen.

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          Mercedes-Benz ist bisher verhalten auf dem Markt für reine Elektroautos unterwegs. Nur das SUV EQC ist im Angebot, das sie 2020 aber nur gut 1000 Mal verkaufen konnten, während der direkte Konkurrent Audi E-Tron auf fast 4700 Neuzulassungen bis einschließlich August blickt. Für den EQV, der jetzt auf den Markt kommt und mit Nettopreisen von 59.990 Euro oder 60.790 Euro für die längere Version noch förderfähig ist, gelten aber andere Startbedingungen, denn einen rein elektrischen Großraum-Van gibt es zurzeit von keinem anderen Hersteller. Nicht umsonst sieht Daimler Hotels und Shuttle-Dienste als mögliche Kunden, aber auch Großfamilien und Sportler, die massenhaft Platz brauchen.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Weil die Batterien samt und sonders im Wagenboden verschwinden, geht kein Nutzraum verloren, sechs bis acht Sitzplätze sind je nach Konfiguration im Angebot, der Gepäckraum schluckt maximal 4630 oder 5010 Liter, oder 1030 und 1410 Liter ohne Ausbau der Sitze. Das kommt nicht von ungefähr. Mit 5,14 Meter oder gar 5,37 Meter gehört der EQV zu den Langen auf den Straßen. Die „kompakte“ Version, die es unter den Dieselmodellen als dritte Möglichkeit gibt, misst 4,90 Meter. Sie ist zunächst nicht im Angebot, die Akkus wären auch hier unterzubringen.

          Der Elektromotor leistet 150 kW oder schöne 204 PS, die an die Vorderräder geschickt werden. Das maximale Drehmoment von 362 Newtonmeter sorgt trotz eines Leergewicht von rund 2,6 Tonnen für souveränes, lautloses Vorankommen. Da die Akkus 90 kWh nutzbare Energie speichern, beträgt die Normreichweite knapp 420 Kilometer, der Stromverbrauch wird mit gut 26 kWh auf 100 Kilometer angegeben. Um die Reichweite zu schonen, hat Mercedes die Höchstgeschwindigkeit auf 140 km/h limitiert, der Kunde kann sich aber 160 km/h freischalten lassen. Schnellladen klappt mit bis zu 110 kW, dann füllen sich die Akkus in rund 45 Minuten von 10 auf 80 Prozent.

          Negativ fällt auf, dass sich ein Head-up-Display zu vertretbaren Kosten nicht realisieren lässt, da die V-Klasse als solche schon seit 2014 auf dem Markt ist. Und es gibt zwar die neue MBUX-Kommunikation, nicht aber die schöne digitale Landschaft wie zum Beispiel in der A-Klasse. Gebaut wird der EQV auf einer Linie mit der V-Klasse im spanischen Vitoria.

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