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Elektrisch unterwegs : Fahren mit Lust und Frust

Sssssssst: Ein leichter Druck aufs Gaspedal und schon geht es vehement voran. Bild: Getty

Schon beim ersten Kontakt entsteht Freundschaft. Hui, ist ein Elektromotor fein. Nur währt die Freude nicht immer lange.

          2 Min.

          Der erste Eindruck ist ein bisschen enttäuschend: Da tut sich nichts, lebt der? Kein Brummen, kein heiseres Röhren, kein Zittern bewegter Kolben. Nur stilles Warten auf einen Befehl vom Gasfuß, der kein Gas befehligt, sondern Kilowatt. Erstaunlich kurz ist die Gewöhnung, an jeder Ampel steigt von nun an die Frage auf, warum nur machen die anderen rundum so viel Krach? Nicht, dass der Elektroantrieb geräuschlos wäre, vom dezenten Surren bis zum Pfeifen eines Zyklon aus dem Hause Dyson ist alles dabei, das geht aber nach kurzem Beschleunigen im Rauschen des Windes unter.

          Lukas Weber

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          „Kurz“ ist da ganz wörtlich zu nehmen, der Elektromotor schert sich nicht um das Gewicht seiner Batterien und legt los, als wolle er die Antriebswellen abdrehen. Wie von der Hornisse gestochen saust das Auto von dannen, es zieht und zieht wie eine leere S-Bahn, bis die Widerstände oder die Vernunft des Fahrers Einhalt gebieten. „Rausch der Geschwindigkeit“ ist Unfug, der Mensch hat gar keine Antennen dafür, es ist der Rausch der Beschleunigung, der die Nerven kitzelt. Kupplung kommen lassen oder nutzloses Quirlen im Wandler war gestern, nie zuvor gab es eine direktere Verbindung zwischen rechter Wade und Fahrbahn.

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