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Geht das? : Was Elektroautos können

Elektroautos sind im Kommen: Fahrspaß ist garantiert, Ärger gibt es an anderen Stellen. Bild: Volkswagen AG

Mit dem Elektroauto wird einiges anders. Das Fahren selbst ist nicht weniger komfortabel als mit einem Verbrenner. Dennoch gibt es einige Nachteile, die man vor dem Kauf beachten sollte.

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          Wer noch nie ein Elektroauto gefahren hat, fühlt sich bei der Premiere ein wenig wie in einer anderen Welt. Der Motor wird in der Regel durch Knopfdruck erweckt, das ist inzwischen auch in Autos mit Verbrennungsmotor üblich. Nur hört man dann nichts, vielleicht ein „Pling“, das akustisch Betriebsbereitschaft signalisiert. Alle Elektroautos sind Automatikwagen, mit einem sanften Druck auf das „Gaspedal“ kann es losgehen. Nicht gleich zu fest drauftreten. Weil das maximale Drehmoment sofort anliegt, stürmen alle los. Und das nahezu lautlos. Für viele Fahrer ist das der größte Fortschritt. Fahren selbst steht dem in einem konventionellen Auto kaum nach, es gibt Vor- und Nachteile. Der größte Malus: Man tankt nicht in drei Minuten, wenn der Kraftstofftank leer ist. Die oft noch geringe Reichweite ist ein Punkt zum Nachdenken. Es gibt auch noch ein paar andere.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Hitze und Kälte: Beides setzt der Batterie zu, die Reichweite verringert sich, das ist Physik. Und das Heizen oder Kühlen drückt die Reichweite weiter. Fast alle Elektroautos lassen sich, wenn sie zu Hause an der Wallbox hängen, vortemperieren; mit Strom, der aus dem Netz kommt. Dass Winter kaum noch wirklich kalt sind, mag ein Trost sein.

          Mit Anhänger fahren: Ist grundsätzlich möglich, weil aber eine Last am Haken die Reichweite deutlich einschränkt, gibt es nicht für alle elektrischen Fahrzeuge eine Anhängerkupplung. Fernreisen mit Wohnwagen verkomplizieren sich, weil fast immer der Wohnwagen abgehängt werden muss, bevor es ans Laden geht.

          Immer schnell vollladen: Kann man machen, schadet aber auf Dauer der Batterie.

          Wohnen im Hochhaus: Dort hat man in der Regel schlechte Karten. Das Kabel aus dem Fenster hängen, ist keine Lösung. Und die wenigsten haben um die Ecke Zugriff auf eine öffentliche Ladestation. Um an seinem Stellplatz in der Tiefgarage eine Wallbox zu installieren, brauchte man bisher die Genehmigung des Vermieters oder der anderen Miteigentümer. Die Politik ist dabei, dieses Hemmnis zu beseitigen. In Neubauprojekten sind jetzt oft schon etliche Ladestationen eingeplant.

          Schneller als 130 km/h fahren: Das muss jeder selbst wissen. Je fixer das Tempo, desto schneller geht der Vorrat an Kilowattsunden zu Ende. Deshalb sind fast alle Elektroautos in der Spitzengeschwindigkeit limitiert, die beiden Smart sogar auf die Richtgeschwindigkeit. Opel setzt im Zafira das Limit auf 140km/h, sonst sind 160km/h eine gern genommene Grenze. Die eher sportlichen Tesla oder der Porsche Taycan legen sich weniger Zurückhaltung auf. Der Audi E-Tron ist auf 200 km/h limitiert. Längere Strecken bei hohem Tempo stressen die Batterie ähnlich wie schnelles Laden.

          Abschleppen: Selbst Abschleppen ist grundsätzlich möglich. Beim Abschleppen gelten die gleichen Einschränkungen wie beim Fahren mit Anhänger, aber in der Regel schleppt man ja nur in die nächste Werkstatt. Abgeschleppt werden sollte man unterlassen. Meist wird über eine der Achsen noch Energie im Elektromotor erzeugt. Fließt die Energie im Motor ohne aktivierte Elektronik, kann es zu hohen Induktionsspannungen kommen, die dann die Steuerungselektronik schädigen. Also das Auto besser auf einen Hänger stellen.

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