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Probefahrt Fiat 500 : Spiel mit Grenzen

Fiat 500 E: Die elektrische Seite des ewig jungen Bestsellers Bild: FCA

Fiat legt seinen ewigen Bestseller 500 nun auch elektrisch auf. Das bedeutet: Liebe in der Stadt. Aber nicht auf Reisen.

          1 Min.

          Fiat klingt für viele noch wie Volkswagen oder Renault, ein Generalist mit breitem Angebot. Tatsächlich besteht das Programm strenggenommen aus einem Auto, dem 500. Der ist als Reinkarnation seines legendären Vorfahren ein Treffer ohne Ermüdungserscheinungen. Jetzt legen die Italiener nach. Das Modell mit Verbrennungsmotor wird auf bisheriger Basis weitergebaut. Hinzu kommt ein elektrischer 500, dessen Konstruktion von Grund auf neu ist. Wer beide nebeneinander sieht, traut seinen getäuschten Augen kaum, die elektrische Variante ist trotz klar ersichtlicher Verwandtschaft deutlich stämmiger.

          Holger Appel
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Dadurch bietet er innen relativ viel Platz, die im Boden verbauten Akkus sorgen für luftiges Raumgefühl. Größere Fahrer leiden allerdings unter Dachkontakt wegen der hohen Sitzposition. Wir bewegten den Zweitürer, es gibt zur besseren Erreichbarkeit der hinteren Plätze auch eine Version mit einer zusätzlichen halben Tür auf der Beifahrerseite.

          Der 500 E fährt unaufgeregt, mit Zug, ohne Wumms. Sein Charakter ist ein fröhlicher, ausgedrückt auch durch ein stilsicheres Interieur. Es hat Schwächen in der Bedienung, zu denen die Druckknöpfe zum Gangwechsel gehören oder die winzigen virtuellen Tasten für die Radiosender oder die Sitzheizung im an sich adrett präsentierten Bildschirm. Uns missfällt die gefühllose Lenkung. Wir sind überrascht, wie deutlich Abrollgeräusche nach innen dringen. Einmal streikte das Radio. Und der Assistenzbeifahrer verweigert die Arbeit bei schlechtem Wetter.

          Fiat 500: Die Grundform ist geblieben. Bilderstrecke
          Probefahrt : Fiat 500 E

          320 Kilometer Reichweite werden nach der realitätsnahen WLTP-Norm versprochen, der Akku fasst je nach Version 23,7 oder 42 kWh. Wir schafften bei Außentemperaturen um den Gefrierpunkt rund 200 Kilometer, auf der Autobahn mit höchstens 120 km/h nur 150. Für die Reise taugt er also wie seine kleinen Konkurrenten nicht, man kann ja schlechterdings trotz Schleichfahrt jede Stunde für eine halbe zum Laden anhalten. In der Stadt indes ist der 500 E die pure Freude am Wuseln, ein Herzensbrecher mit praktischem Talent.

          Nur günstig ist das Vergnügen nicht. Wir ermittelten 22,5 kWh Durchschnittsverbrauch inklusive Ladeverlust, das ergibt knapp 7 Euro auf 100 Kilometer. Und die Anschaffung drückt für die schicke, 118 PS starke Erstausgabe La Prima mit 35.000 Euro auf die gute Stimmung.

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