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Designs für Elektroautos : Freie Fahrt für frische Form

Der Porsche Taycan erinnert an eine der Hand schmeichelnde Computermaus. Bild: T+M

Ein Auto hat vorn einen Motor, dann kommen Fahrgäste, dann der Kofferraum. Mit dem Elektroauto ändert sich das. Beginnt eine neue Blütezeit des Designs?

          5 Min.

          Man tritt niemandem zu nahe, wenn man sagt, dass das Autodesign in den vergangenen Jahren nicht eben eine Blütezeit erlebte. Technisch wurden die Autos immer besser – aber das ähnlich rasante Entwicklungsfortschritte auch im Design zu beobachten wären, kann man beim besten Willen nicht behaupten. Marken wie Lexus lassen Fahrzeuge auf die Straße los, die aussehen, als hätte ein mit mehreren Messern bewaffneter Sushi-Koch einen erheblichen Wutanfall bekommen, vormals stilsichere italienische Entwerfer schielen offensichtlich auf Kunden, die ihren Luxussportwagen beim Eintreiben von Schutzgeldern gern als autogewordene Drohung vor den abzukassierenden Laden stellen möchten, und wo man hinschaute: grimmige Kühlerfratzen, depressiv schielende Fliegenaugenscheinwerfer, verzerrte Blechfratzen.

          Niklas Maak
          Redakteur im Feuilleton.

          Gut, es gibt Ausnahmen: Laurens van den Acker machte bei Renault aus dem alten Clio, der optisch an eine unausgeschlafene Brotdose erinnerte, ein attraktives Vehikel, das prompt zu einem der meistverkauften Autos Europas aufstieg und dort zuletzt sogar den brandneuen, von vorn an einen schläfrigen Rochen erinnernden Golf von seinem Thron vertrieb. Bei Mercedes-Benz, wo die Limousinen seit den neunziger Jahren ein von dreieckigen Rückleuchten gerahmtes Pummelheck trugen, das auf ungute Weise an einen in eine viel zu enge Hose gezwängten Hintern erinnerte, bei Mercedes also hat Chefdesigner Gorden Wagener eine neue Eleganz eingeführt, die ein wenig an die goldenen Tage erinnert, als der damals blutjunge französische Designer Paul Bracq bei den Schwaben den Stift führte und den Pagoden-SL und andere motorisierte Wunderwerke vollbrachte.

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