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Teure Autobahn : Das kostet der Stopp an der Ladesäule

Stecker passt, aber die Quittung kommt später. Bild: ZB

Wer Elektroauto fährt, muss sich mit einem Flickenteppich an Ladesäulen herumplagen. Da ist es gar nicht so einfach, den Überblick über die wichtigste Frage zu behalten: Was kostet einmal Stromzapfen eigentlich?

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          Die meisten Menschen werden ihr Elektroauto zu Hause und am Arbeitsplatz laden. Dort nutzen sie die Haushaltssteckdose oder eine Wandladestation, die Wallbox. Für Plug-in-Hybride mit relativ kleinen Akkus genügt die Haushaltssteckdose, an ihr sind zwischen Leer und Voll grob fünf bis sechs Stunden einzuplanen. Für reine Elektroautos ist die Steckdose zu schwach, hier muss eine Wallbox her, die es in verschiedenen Leistungsklassen gibt. 7,2 kW müssen sein, 11 kW sind die goldene Mitte, 22 kW flink, aber selten notwendig.

          Holger Appel
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Die Entscheidung hängt auch von den örtlichen Gegebenheiten, dem Stromversorger und den Installationskosten ab, die Montage durch einen Elektriker ist zumeist unumgänglich. In jedem Fall sind etwa 33 Cent je Kilowattstunde für den Ladestrom einzukalkulieren. In der Rechnung zu berücksichtigen sind Ladeverluste, die auf dem Weg zwischen Stromquelle und Auto entstehen. Das ist, als kippe man vor dem Tanken ein wenig Benzin in den Abfluss. Die Verluste schwanken je nach Art der Ladung zwischen 10 und 30 Prozent. Der tatsächliche Stromverbrauch ist also höher als der vom Bordcomputer angezeigte. Fahren in der Stadt ist gleichwohl relativ günstig.

          Übel wird es auf der Fernfahrt. Ohne Planung, App oder Ladekarte darf man sich nicht auf die Reise begeben. An Ladesäulen entlang der Autobahn werden Preise nicht angezeigt. Je schneller der Strom fließt, desto teurer ist er. Hinzu kommt oft eine Grundgebühr. Die Fahrtkosten übersteigen auf der Reise zumeist die eines Diesels oder Benziners. Das gilt auch für manche Auslandsreise. Skandinavien ist oft billig, Frankreich so teuer und unübersichtlich wie bei uns. Um einen Eindruck zu bekommen, hier beispielhaft die jüngste Preisstruktur von Maingau Energie:

          Normalpreis:

          • Wechselstrom 37,04 Cent je kWh
          • Gleichstrom 46,79 Cent
          • Ionity-Schnellladesäule 73,11 Cent

          Preis für registrierte Kunden:

          • Wechselstrom 27,29 Cent
          • Gleichstrom 37,04 Cent
          • Ionity-Schnellladesäule 73,11 Cent

          Hinzu können Grundgebühren sowie Länder- oder Standzeitzuschläge kommen.

          Es gibt eine Vielzahl von Anbietern, so dass mehrere Apps oder Ladekarten notwendig sind. Einzig mit Tesla, der ein eigenes Netz nach einheitlichem Standard aufgebaut hat, gelingt die Fernfahrt recht unkompliziert. Säule und Fahrzeug erkennen einander, man benötigt nichts weiter als eine einmalige Registrierung. Der amerikanische Hersteller hat zu Beginn seinen Kunden unentgeltliches Laden zum Auto mitgeliefert, inzwischen werden 28 bis 33 Cent je Kilowattstunde abgerechnet.

          Hingegen müssen sich Fahrer anderer Elektroautos mit einem Flickenteppich an Ladesäulen und Tarifen herumschlagen. Empfehlenswert ist ein Abonnement mit seinem Autohersteller oder einem Versorger, man muss sich darum kümmern wie um den Handyvertrag. Die Autoindustrie baut ein Schnelllader-Netzwerk namens Ionity auf, an dem die Kilowattstunde mit bis zu 79 Cent abgerechnet wird. Das ist horrend, aber die Konkurrenz ist kaum angenehmer.

          Wir versuchten kürzlich an einer Autobahnstation bei Eon zu laden. Die Anlage ist überdacht und beleuchtet, was eine lobenswerte Ausnahme ist. Aber keine der Säulen akzeptierte die Kredit- oder EC-Karte, Laden gelang nur durch scannen eines QR-Codes und Hinterlegung der Kreditkarte im Portal. Eon verlangte eine Grundgebühr von 19,40 Euro plus Stromkosten. Einen Rastplatz weiter forderte Innogy je nach Art der Bezahlung 7,95 bis 10,20 Euro Startgebühr. Das ist prohibitiv und geeignet, Kunden zu desillusionieren. Laden und Bezahlen müssen einfacher werden. Und die Preise sinken.

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