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Audi E-Tron GT quattro : Der Taycan von Audi

In der Tradition des Gran Turismo: Audi E-Tron GT quattro. Bild: Hersteller

Audi meint es ernst mit der Elektromobilität und schickt den E-Tron GT ins Rennen. Die RS-Variante hat mehr als 600 PS.

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          Auch die Veranstaltungen der Auto-Industrie leiden unter der Pandemie. Ein so wegweisend neues Auto wie der rein elektrische E-Tron GT quattro wäre Audi gewiss eine Gala mit 2000 Gästen wert gewesen. So aber fand die Weltpremiere am gestrigen Abend für das Publikum nur online statt, die Gästeliste war aber dennoch illuster. Unter anderen waren Schauspieler Tom Hardy, Designerin Stella McCartney und Sängerin Janelle Monáe zugeschaltet, vor Ort moderierte Steven Gätjen, als Audi-Chef Markus Duesmann, Vertriebs-Chefin Hildegard Wortmann und „Head of Brand“  Henrik Wenders eine „neue Ära“ einläuteten.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Mit großen Worten wurde nicht gespart. Es fielen Sätze wie „Wir erfinden das Morgen“ oder „Technik von Morgen mit der Kreativität von heute“ oder „Wir gestalten die Zukunft.“ Konkret wurden bis 2025 insgesamt 30 neue, elektrifizierte Audi versprochen, 20 davon seien rein elektrisch. Schon im April komme der nächste, kleinere elektrische Audi.

          Der GT startet schon in diesem Monat, und die technischen Daten sind zugegeben beeindruckend. Zwei Versionen gibt es, die stärkere und teurere schmückt sich noch mit dem Kürzel RS.

          Das Heck mit durchgehendem Leuchtenband. Bilderstrecke
          Vorgestellt : Audi E-Tron GT quattro

          Jene hat dann 440 kW (598 PS), beschleunigt in 3,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h und fährt schnellstens 250 km/h. Für 2,5 Sekunden können im sogenannten Boost gar 646 PS (475 kW) abgerufen werden. Der Spaß ist teuer, Audi verlangt für den RS 138.200 Euro. Der einfache GT kommt für 99.800 Euro ins Haus. Die staatliche Elektroauto-Förderung kann übrigens nur bis zu einem Endpreis von 77.350 beansprucht werden.

          Beim GT ohne RS ist alles etwas bescheidener: 476 PS (350 kW), Spitze 245 km/h, Spurt von 0 auf 100 km/h in 4,1 Sekunden. Im Boost kommt er auf 530 PS (390 kW). Beide haben für jede Achse einen Motor, auch gelenkt wird mit allen Rädern, an der Hinterachse arbeitet eine Differentialsperre. Gefedert wird mit Luft.

          Eine Reichweite von 300 bis 400 Kilometer

          Mit einer Länge von 4,99 Meter und einem Radstand von 2,90 Meter sei der GT ein vollwertiger Viersitzer, sagt Audi. Designer Marc Lichte erzählte bei der Premiere, dass sein Team mit der Formgebung praktisch im Windkanal angefangen habe, der Wagen sei mit einer Höhe von 1,41 Meter fünf Zentimeter flacher als der A7, und trotz der so gelungen abfallenden Dachlinie könnten auch große Menschen hinten gut sitzen. Der Luftwiderstandsbeiwert von nur 0,24 trage zum niedrigen Verbrauch bei.

          Der liegt je nach Rädergröße – 19 bis 21 Zoll sind möglich – bei 18,6 bis 19,6 oder 19,3 bis 20,3 kWh auf 100 Kilometer. Hier hat der RS schlechtere Werte, auch in der Reichweite ist er knapp unterlegen mit 472 zu 487 Kilometer (alles Normwerte). Im Alltag sollten es 300 bis 400 Kilometer sein.

          Die Akkus in der neuen „Flachboden-Architektur“ fassen 93 kWh, genutzt werden können davon 85. Mit seiner 800-Volt-Technik kann der E-Tron GT bis zu 270 kW Gleichstrom von einer entsprechenden Ladesäule verkraften. Damit sei es möglich, eine leere Batterie in kaum 23 Minuten auf 80 Prozent Ladezustand zu bringen. Wechselstrom aus dem häuslichen Stromnetz verarbeitet der GT mit 11 kW (Wallbox nötig), damit sei der Wagen über Nacht aufgeladen. 22 kW kosten Aufpreis.

          Obwohl der GT mit vielen gängigen Assistenz-Systemen aufwartet und auch beim Infotainment mindestens auf der Höhe der Zeit ist, darf der Kunde noch reichlich Extras aussuchen. Der RS ist nicht nur stärker, sondern auch besser ausgestattet. Zum Beispiel ist sein Kofferraum um rund 40 Liter kleiner, weil die aufwendige Soundanlage den Platz braucht. Sonst beträgt das Volumen 405 Liter. Das ist nicht viel für ein so großes Auto, aber vorn gibt es einen weiteren Kofferraum, den Frunk (Front Trunk), der bietet 85 Liter. Da kommen am besten die Ladekabel rein.

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