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Frank-Holger Appel (hap.)

Elektroautos und Zapfstellen : Von VW geladen

  • -Aktualisiert am

Schon 2025 sollen 15 Prozent der Neuzulassungen von Volkswagen elektrisch sein. Damit nicht genug. Zur Verbreitung müssen Zapfstellen her. Und da ist der Konzern auf eine Idee verfallen.

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          Es gibt immer noch Menschen, die glauben nicht an den Durchbruch des Elektroautos. Mit guten Gründen, die bei den Kosten beginnen und mit der Gesamtenergiebilanz nicht enden. In den Chefetagen der Autoindustrie aber ist die Entscheidung gefallen. Die neue Welt darf dem amerikanischen Unruhestifter Tesla nicht überlassen werden, und überhaupt lässt sich unter politischem Druck und gesellschaftlicher Strömung ohne eigenes Angebot bald kein Blumentopf mehr gewinnen. Deutschlands größter Autohersteller Volkswagen schickt sich an, im Jahr 2020 sein erstes vollelektrisches Auto mit alltagstauglichen Parametern auf den Markt zu bringen, im Format und zum Preis eines Golf Diesel, mit 500 Kilometer Normreichweite. Wie das in etwa aussehen wird, zeigt die Studie ID. Schon 2025 sollen den Hochrechnungen zufolge 15 Prozent der Neuzulassungen von VW elektrisch sein, mit steil ansteigender Kurve in den Folgejahren.

          Damit nicht genug. Zur Verbreitung müssen Zapfstellen her, und da ist der Konzern auf die Idee verfallen, ein jeder Händler könne eine Ladesäule aufstellen. Zuerst ging die Anfrage, die mehr eine Aufforderung ist, an die Partner von Audi. Nun erreicht sie auch die der Marke Volkswagen. Das wären immerhin einige tausend Stützpunkte. Von Audi gefordert sind momentan nur 7,2 kW Ladeleistung. Die gibt es für etwa 10.000 Euro. Das ist allerdings sinnlos, weil das Laden damit viel zu lange dauert. Ein gerade im Bau befindliches Audi-Zentrum verlegt deshalb 60 kW. Im Gespräch sind gar 100 kW, damit der Kunde nach zwanzig Minuten wieder vom Hof fahren kann. Dafür müsste ein Autohaus gerüchteweise bis zu 250.000 Euro investieren. All das vorausgesetzt, Energieversorger wie RWE oder Eon bringen überhaupt so leistungsfähige Leitungen an Ort und Tankstelle. Bliebe neben diesen nicht unbeträchtlichen Hürden die Frage, zu welchem Händler die Kunden fahren werden – zum Auto- oder Einzelhändler? Aldi nämlich installiert auch. Angeblich bis zu 200 kW. Das wird spannend.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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