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Schlusslicht : Arm, aber Tesla

Elon Musk, dieser Teufelskerl Bild: AFP

Wir finden es richtig gut, dass Tesla sich Deutschland als Standort ausgesucht hat. Ein wenig skeptisch stimmen uns indes zwei andere Meldungen aus dieser Woche.

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          Dieser Elon Musk ist schon ein Teufelskerl. Da haut er auf einer Veranstaltung in Berlin kurzerhand raus, er wolle für seine Elektroautomarke Tesla eine neue Fabrik bauen. In Berlin. Nun ist Musk dafür bekannt, hochfliegende Pläne mit einer gewissen Zeitverzögerung in die Tat umzusetzen, aber damit befindet er sich in bester Gesellschaft. Die Tesla-Fabrik soll neben dem Flughafen BER entstehen, es darf nun gewettet werden, wer als Letzter fertig wird.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Allerdings, ganz ohne Polemik, finden wir es richtig gut, dass Tesla sich Deutschland als Standort ausgesucht hat. Wird uns doch ständig von den etablierten Herstellern erzählt, am Hochlohnstandort Deutschland könne man nichts Neues mehr aufbauen, die Werke müssten nach Osteuropa, mindestens. Und jetzt kommt Tesla und setzt auf deutsche Fachkräfte. Und das nicht mal im Schwabenland, wo die zuhauf zu vermuten wären, sondern in der Arm-aber-sexy-Industriewüste Berlin-Brandenburg. Hut ab und Glück auf, kann man da nur sagen, möge das Werk gelingen. Den das Geschäft belebenden Wettbewerb nehmen wir auch noch gerne mit.

          Ein wenig skeptisch stimmen uns indes zwei Meldungen aus dieser Woche, ob das EU-politisch mit irrwitziger Rahmensetzung erzwungene Elektroauto den erforderlichen Schwung aufnimmt. Stromnetzbetreiber in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Tschechien wollen die Stromabgabe an Ladesäulen in Spitzenzeiten begrenzen, weil die Netze es nicht aushalten, wenn etwa abends haufenweise Elektroautos mit 11 oder 22 kW laden. Uns erscheint freilich der Abend besonders geeignet, kommen da doch hin und wieder Menschen von der Arbeit nach Hause. Und dann gab es noch Post von Mainova, dem Versorger unseres Vertrauens. EEG, Netzentgelte, Beschaffung, Sie wissen schon, alles sehr misslich. Zum Januar 2020 wird der Strom teurer. Müsste er, nachdem Deutschlands Preise schon negative Weltspitze sind, nicht eher billiger werden?

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