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Elektroauto : Das elend mit dem E

  • -Aktualisiert am

Das Elektroauto dümpelt vor sich hin. Die Zulassungszahlen sind beschämend niedrig, trotz der 4000-Euro-Prämie. Aber bald beginnt der Hype, versprechen alle Hersteller.

          Das Elektroauto dümpelt vor sich hin. Die Zulassungszahlen sind beschämend niedrig, trotz der 4000-Euro-Prämie. Die Neuzulassungen 2016 waren gegenüber dem Vorjahr sogar um fast acht Prozent rückläufig. Nur 11.410 reine Elektroautos fanden in Deutschland einen Käufer. Aber bald beginnt der Hype, versprechen alle Hersteller. Vorreiter wie Nissan, Renault und BMW zahlen derweil das Lehrgeld für die anderen, die sich in aller Ruhe anschauen können, was geht und was nicht. Dass der Erfolg und Misserfolg mit der Reichweite und den Ladezeiten steht und fällt, schreiben wir seit Jahren, denn die wenigsten Bürger wollen ein reines Stadtauto zum Preis einer guten Mittelklasse-Limousine. 300 oder noch besser 400 oder gar 500 Kilometer Reichweite müssen möglich sein, sonst wird das nichts mit dem großen E. Renault hat jetzt eine leistungsfähigere Batterie für seinen Zoe entwickelt und bewegt sich in diese Richtung, mit Spannung wird der neue Opel Ampera-e erwartet, der 400 Kilometer möglich machen soll und im Sommer in den Handel kommt. Abgesehen vom Preis, der mit erwarteten 40.000 Euro für ein Auto der Golfklasse doch recht hoch sein wird, muss sich ein Elektro-Pilot an einen neuen Umgang mit dem Auto gewöhnen.

          Von Frankfurt nach Hamburg? Wo „tanke“ ich unterwegs? Wie lange dauert das? Wo sind am Zielort Ladestationen? Ein elektrisches Auto erfordert einen anderen Umgang. Man muss mehr planen, sich an das ständige Ein- und Ausstöpseln gewöhnen. Zu Hause braucht es eigentlich einen Starkstrom-Anschluss, sonst hängt das Auto mit leerer Batterie Stunde um Stunde an der gewöhnlichen Steckdose, obwohl man eigentlich schon längst unvorhergesehen wegmüsste. Was machen Städter? Und entscheidend günstiger ist mit Strom fahren auch nicht, es sei denn, es gibt ihn kostenlos am Arbeitsplatz. Immerhin ist das jetzt kein geldwerter Vorteil mehr. Außerdem werden die Wartungskosten wohl fallen. Der Ölwechsel gehört der Vergangenheit an. Und steuerbefreit sind Elektroautos auch. Es spricht schon vieles für den leisen Fortschritt. Doch die Vorherrschaft des Verbrennungsmotors zu brechen, das wird noch Jahre dauern. Manche sagen, Jahrzehnte.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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