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iBeacons : Apples blaues Rätsel ist gelöst

Bluetooth-Funkmodelle von Estimote sollen Läden, Galerien und das Zuhause schmücken. Sie funken bis zu zwei Jahre lang. Bild: Hersteller

Wenn diese Technik populär wird, könnte sie ganz schnell wieder verschwinden. Deshalb gibt Apple kaum Informationen preis. Die Rede ist von iBeacons, von elektronischen Leuchtfeuern, die Apple vor einem Jahr angekündigt hat.

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          Sollten sich die iBeacons durchsetzen, könnte der gefühlte Belästigungsindex im Einzelhandel geradezu explodieren. Wird man derzeit nur an der Kasse mit ärgerlichen Fragespielchen nach Treue-, Sammel- und Rabattkarten konfrontiert, beginnt die Erfassung des Kunden mit Nahfunktechnik demnächst bereits hinter der Ladentür: „Schön, dass Sie da sind“, piepst das Smartphone nach dem Betreten des Geschäfts und addiert Treuepunkte bereits dafür.

          Michael Spehr
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Im Laden bekommt der Kunde dann gezeigt, was „Location Based Marketing“ heutzutage bedeutet: Da iBeacon die Ladenfläche vollständig abdeckt, wird der Kunde mit weiteren Push-Nachrichten zum Beispiel darauf hingewiesen, dass die Marmelade aus der Werbung direkt links neben ihm steht und heute nur zwei Euro kostet oder dass ein Abonnement des Newsletters weitere Treuepunkte bringt. An der Kasse zahlt er mit dem Smartphone, und nach dem Verlassen des Geschäfts kommt per Push die Bitte, das Einkaufserlebnis mit der Beantwortung einiger Fragen zu bewerten.

          Plumpe Anmache, um Kunden anzulocken

          Die Leuchtfeuer an der Decke könnten also dafür sorgen, dass die Kunden in die Luft gehen. Schon sind erste dieser feuchten Träume umgesetzt. Wer am Münchner Viktualienmarkt mit einem iPhone entlangspaziert, auf dem die Barcode-App von Barcoo installiert ist, erhält auf der Höhe eines Müsli-Ladens die Meldung, dass er hineinkommen soll, um sich „exklusive Müslidrinks in drei leckeren Geschmackssorten“ zu holen. Ob sich der stationäre Handel mit derart plumper Anmache gegen E-Commerce behaupten kann, steht in den Sternen.

          Apple setzt die iBeacon seit längerer Zeit in allen amerikanischen Stores ein. Sie zeigen an bestimmten Stellen Informationen zu den ausgestellten Produkten auf den Mobilgeräten der Kunden. Auch bei Super-Bowl-Spielen arbeiten die Funkbaken, die kaum größer als eine Streichholzschachtel sind. Sie wiesen etwa während eines Spiels in New Jersey den Weg zu der Stelle, wo der Siegerpokal ausgestellt wurde, und die Miami Dolphins setzten in Florida die Technik ein, um den Fans live mitzuteilen, an welcher Ecke des Sun-Life-Stadions die Schlangen vor den Eintrittskontrollen am kürzesten waren.

          Standortgenaue Werbebotschaften an Smartphones

          Nun kommt die Technik nach Europa und Deutschland. Der zu E-Plus gehörende Coupon-Dienst Gettings will 150 Geschäfte in der Düsseldorfer Innenstadt mit Positionierungstechnik ausrüsten, so dass die Händler anschließend standortgenaue Werbebotschaften an die Smartphones potentieller Kunden schicken können.

          Bevor man die Technik in den Boden stampft, sollte man ihr Funktionsprinzip verstehen. Denn iBeacons sind keineswegs digitale Peilsender, die einen Smartphone-Besitzer aktiv orten, sondern im Wortsinne elektronische Funkfeuer. Die Systemkonstruktion ist unglaublich clever und bietet viel Potential für sinnvolle Anwendungen. iBeacon, wie es Apple versteht, ist zunächst ein Protokoll, das auf Bluetooth LE aufsetzt. LE steht für Low Energy und wurde 2010 als stromsparende und günstige Variante von Bluetooth eingeführt, ein entsprechender Bluetooth-Dongle kostet nur wenige Euro, seine Übertragungsrate liegt bei maximal einem Megabit pro Sekunde, und der Stromverbrauch beträgt ein Hundertstel des herkömmlichen Bluetooth. Für weniger als 100 Euro kann man eine große Ladenfläche vollständig abdecken, zwei Jahre hält die Knopfzelle eines Geräts.

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