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Tech-Talk : Eingefroren

  • -Aktualisiert am

Manche Hybride kommen inzwischen rein elektrisch recht weit. Aber wie lässt sich verhindern, dass der Benzinmotor monatelang auf einen Einsatz warten muss und dann kalt erwischt wird?

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          Not macht erfinderisch, deshalb muss man den Verbrennungsmotor mit kreativen Ideen noch ein wenig über die Zeit retten. Weil die absurden CO2-Vorgaben damit nicht einzuhalten sind, lassen die Autohersteller Hybride mit Steckdosenanschluss, die mit Benzin und elektrisch fahren können, vom Reißbrett fließen. Das ist nicht dumm, dank immer besserer Batterien steigt die rein elektrische Reichweite. Gerade hatten wir einen, der 70 Kilometer weit kommt, dass es bald 100 sein werden, ist abzusehen.

          Das reicht für die täglichen Wege, der Benzinmotor wird von Fahrern, die lieber vernünftig unterwegs sind, als Beschleunigungsorgien zu feiern, nur noch im Urlaub gefordert. Leider zeigt sich so auch die Schattenseite des Prinzips. Weil ein Motor nicht jahrelang darauf warten kann, dass er gebraucht wird, wenn die Pandemie einmal vorbei ist, und dann einen Kaltstart hinlegen soll, werfen viele Hybriden ihn immer mal an und laden die Batterie. Auch dann, wenn der Fahrer das gar nicht will, weil er nur ein paar Kilometer weit fahren möchte. Dass der Tester deshalb nicht die genaue elektrische Reichweite messen kann, ist zu verschmerzen, aber was ist, wenn in Städten ein Verbot von Verbrennern kommt? Müssen Hybride dann draußen bleiben?

          Wer sein Auto nicht nur zum Fahren, sondern auch zum Anhalten braucht, kann ein weiteres Problem haben, Hybride teilen es mit allen Elektrischen: Der Motor bremst und gewinnt dadurch Energie zurück, Fahrer mit Weitblick brauchen die Betriebsbremse kaum. Rost auf den Scheiben ist nicht weiter schlimm, aber Salzpampe und Schlamm können Bremskolben so zusetzen, dass sie festfressen. Trommelbremsen sind da im Vorteil, sie taugen aber nicht als Werbeargument. Da ist noch viel Raum für schlaue Entwicklungen.

          Lukas Weber

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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