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Tech-Talk : Eine Woche

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Die Menschheit möge weniger fliegen und weniger Auto fahren, stattdessen Bus und Bahn nutzen? Bitte sehr, probieren wir es.

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          Die Menschheit möge weniger fliegen und weniger Auto fahren, stattdessen Bus und Bahn nutzen? Bitte sehr, probieren wir es. Vergangenen Sonntag, geplante Fahrt mit dem ICE von Amsterdam nach Frankfurt. Wir haben ein gebuchtes Ticket, aber es gibt keine Sitzplatzreservierung mehr. Als Bahn-Comfort-Kunde bekommt man immer eine, wirbt die Bahn, nichts zu machen, sagt die Dame im Reisezentrum. Und nun? „Dann müssen Sie halt stehen.“ Fünf Stunden, das fängt gut an.

          Mittwoch, 11 Uhr, Flug nach Berlin, die Sicherheitskontrolle am Flughafen Frankfurt ist die übliche Weltmeisterschaft in Langsamkeit. Lufthansa, Reihe 29, die Maschine ist komplett ausgebucht, offenbar verzichten noch nicht so arg viele auf innerdeutsches Fliegen. 17.30 Uhr S-Bahn-Fahrt in Berlin, wegen Überfüllung ist mehrfach kein Zutritt in den Zug möglich, obwohl der schon alle drei Minuten fährt. Donnerstag 7.15 Uhr, Nieselregen und 8 Grad in Frankfurt, wir pendeln mit dem Auto in die Redaktion, zähfließender Verkehr, geht einigermaßen. 7.45 Uhr Weiterfahrt innerstädtisch mit der S-Bahn, hoffnungslos überfüllt, am Bahnhof Gallus ist der Zustieg nur mit Drücken möglich.

          Der Kerl neben uns futtert Plunder aus einer Tüte, der daneben niest, Abstand zu Nebenmann und Frau null, Körperkontakt war schon mal schöner. Wir sehen aus dem Zugfenster das Frankfurter Westkreuz, die Autos stauen sich auf vier Spuren stadteinwärts. Die Lufthansa fliegt Donnerstag und Freitag nicht wegen Streiks, das Portal der Bahn zeigt für den ICE: Überfüllung, keine Buchung möglich, zum Glück müssen wir nicht verreisen. Könnte es sein, dass Verkehrsverlagerung nur am grünen Tisch funktioniert und Deutschlands Infrastruktur tatsächlich überall am Anschlag ist?

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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