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Schlusslicht : Eine Virenschleuder namens Verdi

Im Tarifkampf heißt es: Zusammenrücken. Bild: Lucas Bäuml

Es gibt bessere Wege, Sympathiepunkte zu sammeln, als das, was diese Woche zu sehen war. Vom Streiken und Strampeln.

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          Es war keine gute Woche für das Fahrrad. Für Busse und Bahnen ebenso wenig. Die Autolobby kann sich die Hände reiben. Da las man beispielsweise von einer repräsentativen Umfrage, veröffentlicht von mobile.de, der zufolge ein Fünftel unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger schon mindestens einmal Sex im Auto hatte.

          Walter Wille
          Redaktion „Technik und Motor“

          Was in der Studie unausgesprochen blieb, aber natürlich die eigentliche Botschaft ist: Auf dem Fahrrad geht das nicht so gut und in Bussen und Bahnen meistens nur unter Beobachtung. Öffentlicher Personennahverkehr halt. Das Auto ist diskreter. Steckt vielleicht in Wahrheit die Autolobby hinter dieser Umfrage? Zuzutrauen wäre es ihr.

          Möglicherweise hat sie es auch eingefädelt, dass Nachrichtenleser diese Woche wieder einmal auf ein Bild von Peter Altmaier stießen, das ihn radelnd in Berlin zeigt. Auf den ersten Blick wirkt das Foto fahrradfreundlich, eine nett gemeinte Anbiederung an den Zeitgeist gewissermaßen.

          Radfahren ist immer sympathisch.
          Radfahren ist immer sympathisch. : Bild: dpa

          Doch wird perfiderweise genau das Gegenteil erreicht. Wer solche Bilder demonstrativer Nullemissionsstrampelei im Anzug betrachtet, möchte nicht mehr zu den Radfahrern gehören. Und selbst das Wetter spielt dem Fahrrad inzwischen übel mit, vermutlich steckt es mit der Autolobby unter einer Decke. Kündigt der Wetterbericht nur die Möglichkeit von Regen an, steigen viele Radfahrer aufs Auto um, wie neulich im Fernsehen ein Wissenschaftler über eine andere Studie berichtete. Selbst wenn der Regen dann ausbleibt.

          Wer der Autolobby diese Woche den besten Dienst leistete, das war zweifellos die Gewerkschaft Verdi mit ihren Streiks im Nahverkehr. Corona? Gerade nicht so wichtig. Dass sich Menschen an Haltestellen und in den wenigen fahrenden Verkehrsmitteln drängen würden, war vorhersehbar und muss in die Arbeitskampfstrategie einkalkuliert worden sein. Immerhin brachte es ein Gewerkschaftsfunktionär mit seiner Feststellung selbst auf den Punkt: „Klatsche statt Klatschen“.

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