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Brennstoffzellenheizung : Spannung im Keller

  • -Aktualisiert am

Die Heizung im Altbau soll raus. Ist die Brennstoffzelle die Lösung?

          1 Min.

          Jetzt ist es beschlossen, die alte Gasheizung soll raus. Sie wärmt seit drei Jahrzehnten das Einfamilienhaus zuverlässig, aber nicht effizient. Morgen kommt der Energieberater, und weil der Redakteur vor dem gleichen Problem steht, nur dass er mit Öl heizt, setzt er sich dazu. Die Beratung ist stramm zielgerichtet: Gas liegt? Wunderbar, wir nehmen eine Brennstoffzellenheizung. Das ist eine famose Technik, sie macht aus dem Erdgas Wasserstoff für die Brennstoffzelle, die damit Strom erzeugt, die Abwärme dient zum Heizen. Der Wirkungsgrad dieser Kraft-Wärme-Kopplung ist hoch, nur ist sie trotz der Förderung verflixt teuer. Ob nicht zuvor neue Heizkörper und Dämmung sinnvoll wären – nein, wir heizen doch effizient.

          Und wenn gerade keine Wärme gebraucht wird? Dann macht sie halt auch keinen Strom. Die elektrische Leistung der Brennstoffzelle ist mit deutlich unter einem Kilowatt eher bescheiden, jene des gerade vorgestellten Toyota Mirai leistet 128 kW, trotzdem ist er kaum teurer als vergleichbare Autos. Weil die kleine Zelle der Heizung nicht viel Wärme abgeben kann, trägt die Hauptlast ein gewöhnlicher Brennwertkessel. Der setzt ebenso CO2 frei wie die Brennstoffzelle, wenn sie sich Wasserstoff macht. Davon wollten wir eigentlich wegkommen, die faszinierende Technik der Brennstoffzellenheizung ist also so lange nicht zukunftsträchtig, wie im Gasnetz Erdgas und nicht reiner Wasserstoff fließt. Also noch lange. Merke: Wer Beratung braucht, sollte nicht jemanden fragen, der verkaufen will.

          Lukas Weber
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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