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E-Mountainbikes : Bergauf mit Flow

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Unerschöpfliches Thema

Und Motor ist natürlich nicht gleich Motor, sondern ein unerschöpfliches Thema: Welcher Antrieb eignet sich besonders gut für die Erfordernisse im Geländerad? Eine Zeitlang hieß es, der Heckmotor im Hinterrad sei das angezeigte Mittel der Wahl für Elektrogipfelstürmer. Aber davon ist man inzwischen abgekommen: Die Nachteile eines unverhältnismäßig schweren Hinterrads überwiegen. Der Vorderradnabenmotor scheidet sowieso aus: Das Vorderrad hat im Zweifel zu wenig Traktion. Und so hat das E-Mountainbike inzwischen zu allermeist einen Mittelmotor.

Die Mehrzahl der Hersteller von Antrieben haben eine spezielle Version fürs Mountainbike im Programm. Panasonic hat in den Uproc-Modellen von Flyer seinen neusten Motor auf der Eurobike vorgestellt: interessantes Detail: Statt zweier Kettenblätter ist in den Motor ein zweistufiges Getriebe eingebaut. Yamahas neuer PW-X-Antrieb war auf der Messe zum Beispiel in Rädern des E-Mountainbike-Pioniers Haibike zu sehen. Seit 2010 setzt Haibike auf den Elektromotor und hat sich in der Gunst der Enthusiasten einen Spitzenplatz mit großem Vorsprung erobert. Auch Shimano hat mit der E 8000-Serie einen Steps-Antrieb speziell fürs Mountainbike. Den nach wie vor diskretesten Antrieb, auch dieser Aspekt ist ja eine Überlegung wert, hat Brose: besonders leise und so kompakt, dass er kaum auffällt.

Eine Frage der Akkukapazität

80 Newtonmeter Drehmoment dürfen es im Gelände schon sein. Ein hohes Drehmoment und ein auch bei hoher Trittfrequenz gleichbleibend kräftiger Anschub sind da wichtiger als die Grenzgeschwindigkeit der Unterstützung. Bosch hat bereits ausdrücklich erklärt, es werde von dem Motor der viel in Mountainbikes verbauten Perfomance Line CX keine 45-km/h-Version geben. Der Grund dafür ist ein politischer, nicht etwa ein technischer: Es soll nicht dazu kommen, dass das E-Mountainbike insgesamt stärker reglementiert wird, weil die Wälder von Rädern unsicher gemacht werden, die eigentlich Kleinkrafträder sind. Als Kraftfahrzeuge mit Versicherungskennzeichen haben sie dort in aller Regel nichts zu suchen. 45-km/h-Modelle hat es aber auf dem Markt schon gegeben, beispielsweise das Focus Thron Impulse Speed. Und dass das Internet voll ist von Hinweisen und Bausatz-Angeboten, um einen auf die 25-km/h-Grenze gedrosselten 250-Watt-Motor zu „entsperren“ steht auf einem ganz anderen Blatt.

Dann wären da noch die Fragen nach der Akkukapazität, und ob es Vollfederung sein soll oder nicht. Die eine Antwort geben die Hersteller: 500 bis 600 Wattstunden geben sie kräftigeren Bikes mit, nur in Einsteigermodellen werden 400 Wattstunden verbaut. Die andere Frage, die sich ja grundsätzlich beim Mountainbike stellt, muss man selbst entscheiden: Für das Fully mit Motor spricht trotz des entschieden höheren Preises das deutliche Mehr an Sicherheit und Komfort. Dass der Hinterbau vielleicht ein bisschen wippt, spielt mit Motor eine untergeordnete Rolle.

Auch am Mountainbike zieht die Vernetzung ein: Marktführer Bosch hat es mit seinem navigierenden und Fitness-Daten erhebenden Display Nyon vorgemacht, auf der Eurobike präsentierte Haibike sein eConnect, vorderhand nur den Topmodellen vorbehalten. Schön, dass man Boschs Nyon auf seinem Rad mit Bosch-Antrieb nachrüsten lassen kann. Mit dem E-Mountainbike ändert sich noch etwas: Die tristen schwarz-anthrazit-dunkelgrau gestylten Bikes weichen fröhlicheren Farben. Manche Modelle sind geradezu papageienhaft bunt.

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