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: Durchhalteparolen und das Warten auf ein Wunder

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Wer erwartet hatte, am Genfer See von einem Schwarm neuer Klein- und Sparmobile oder einem größeren Aufgebot neuer Hybridmodelle überrannt zu werden, musste sich enttäuscht fühlen. Auch das massenhafte Auftreten serienreifer E-Autos ...

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          Wer erwartet hatte, am Genfer See von einem Schwarm neuer Klein- und Sparmobile oder einem größeren Aufgebot neuer Hybridmodelle überrannt zu werden, musste sich enttäuscht fühlen. Auch das massenhafte Auftreten serienreifer E-Autos wurde wohl verschoben, die Hurrarufe ob künftigen elektrischen Fahrens richten sich ohnehin eher in die Zukunft, für E-Euphorie besteht nach Ansicht der in Genf versammelten Entwicklungskapazitäten kein Grund. Daraus folgt: Leistung und Größe prägten auch in diesem Jahr die Frühjahrsausstellung. Von einer Dominanz der Hyperkompaktautos mit Rasenmähermotoren, um entschieden vorgetragene Kundenwünsche zu befriedigen, kann keine Rede sein. Dagegen wirkt die deutsche Abwrackprämie zwar nicht Wunder, aber doch sehr belebend in den Autohäusern.

          Starke deutsche Präsenz kennzeichnet die Ausstellung. Gleich vier Premieren feiert Audi: das schicke A5 Cabrio, den TT RS mit überbordenden 257 kW (350 PS) und den vor Kraft strotzenden R8 5.2 Quattro mit dem Italo-V10-Potenzbrocken sowie der neue A4 Allroad Quattro. Dieser wirkt schlanker als das A6-Pendant, aber nicht wie aus einem Guss, die Off-Road-Attribute wirken wie angesetzt.

          BMW zeigt den GT, das ist ein Fünfer mit Fließheck, der noch als Studie gilt. Erst im Herbst zur IAA stellt sich die Serienversion vor. Das Auto wirkt mit seinem großzügigen Volumen ungewöhnlich, den Rucksack am Heck erwartet niemand in dieser Klasse. Der GT hat als zweites Auto nach dem Skoda Superb eine horizontal geteilte Heckklappe, man kann entweder nur das Fenster oder die gesamte Heckklappe öffnen. Eher beiläufig wirkt die Anwesenheit eines X1-Prototyps, der die Gelände-Gene von BMW in eine Klasse unterhalb des X3 tragen soll.

          Ford präsentiert die designlastige Studie Iosis Max, Vorläufer des im übernächsten Jahr erscheinenden neuen C-Max. Die Front wird markanter, das Heck wirkt dominanter, die gegenläufig öffnenden Türen wird es in der Serie nicht geben. Es wird eine neue Ford-Motorenfamilie geboren, mit dem Namen Eco-Boost. Turbotechnik bläst dem 1,6-Liter-Vierzylinderbenziner beachtliche 132 kW (180 PS) ein. Außerdem werden ein Start-Stopp-System und ein Doppelkupplungsgetriebe an Bord sein.

          Mercedes-Benz stellt sich von Kopf bis Fuß auf die neue E-Klasse ein, die sich vom 28. März an auf die schwierige Fahrt zum Erfolg macht. Das schicke Coupé geht im Mai mit auf die Reise, das T-Modell folgt im Herbst. Die Stuttgarter setzen auf ihr Blue-Efficiency-Programm zur Reduzierung von Verbrauch und Emissionen. Schon 30 000 Bestellungen für die E-Klasse soll es geben, der Wagen mit seinen neuen Ecken und Kanten, an denen sich auch die Stammkundschaft reiben kann, komme gut an, heißt es. 41 590 Euro kostet der E 220 CDI, das Basismodell, die Grundversion der Coupés, den 250 CDI, gibt es für 44 684 Euro.

          Opel zeigt auf deutlich reduzierter Ausstellungsfläche (im vergangenen Jahr war der Stand noch gut doppelt so groß) den Ampera, das Elektroauto, das dank eines Duos aus Verbrennungsmotor und Generator an Bord die Reichweite von 60 (ohne Verbrennungsmotor) auf mehr als 500 Kilometer vergrößert. 2010 soll er auf die Straßen kommen, vorausgesetzt die Marke kann sich aus dem Strudel des sich abzeichnenden Untergangs von General Motors noch retten. Wenn nicht, kann der Insignia SportsTourer, die mächtige, 4,91 Meter lange Kombi-Version des Opel-Spitzenmodells, bei dann eventuell erforderlichen Umzügen helfen. Der Kofferraum des Wagen bietet 540 bis 1530 Liter Stauvolumen.

          Porsche stellt den neuen GT3 mit seinem 3,8 Liter großen, 320 kW (435 PS) starken Sechszylinderboxer aus, natürlich steht auch der Cayenne Diesel im Scheinwerferlicht, der als halbwegs grünes Feigenblatt die Baureihe vor allem in Europa attraktiver machen soll.

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