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Schlusslicht-Glosse : Stillgestanden

In der Wüste. Bild: obs/Filmemacher Deutschland/Marc Baechtold

In der CDU/CSU gibt es Menschen, die meinen immer noch, ein Industrieland brauche Industrie. Schulze, übernehmen Sie!

          Das Drama der Woche erreicht uns aus Frankreich. Nein, weder ist Champagner ausverkauft, noch kann es hier um Karl Lagerfeld gehen, auch ist nichts von Verknappung gelber Westen bekannt, aber: Nutella ist aus. Die Fabrik steht still, was uns zu Hamsterkäufen veranlasst hat. Ferrero behauptet, es gebe Qualitätsprobleme, aber wir wissen natürlich, was dahintersteckt. Frankreichs Präsidialmonarchie will sich als Musterknabe der EU-Klimaschutzregelungen profilieren und beginnt kurzerhand, was unsere Bundesumweltministerin erst mühsam durch den parlamentarischen Widerstand drücken muss. In der CDU/CSU gibt es doch tatsächlich Ewiggestrige, die glauben immer noch, ein Industrieland müsse Industrie haben.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Dabei wären wir über Nacht alle Klimazielsorgen los, würden wir Fabriken, Verkehr und Heizung stilllegen. Ministerin Schulze will diese freudvolle Aufgabe nun budgetstrafbewehrt auf die Ressorts ihrer Ministerkollegen verteilen, was diese sichtlich freut. Sie sollen sich mal nicht so anstellen. Gut, wie die Familienministerin den CO2-Ausstoß senken soll, ist vielleicht schwer vorstellbar. Aber der Scheuer Andreas wird wohl keine Mühe haben, ganzjährige Fahrverbote zu verhängen. Verkaufen Daimler und BMW ihre Kisten halt nach..., nach? Amerika will unsere Autos ja auch nicht mehr, weil sie Trumps nationale Sicherheit gefährden.

          Bliebe Ursula von der Leyen, die könnte Panzern „Stillgestanden!“ befehlen, U-Boote an die Leine legen, die „Gorch Fock“ versenken und die Airbusse der Flugbereitschaft grounden. Obwohl, dann wäre zum jetzigen Zustand nichts gewonnen. Schulze, übernehmen Sie!

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