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Digitaler Bahnverkehr : Gleis-Zeichen

  • -Aktualisiert am

Preußischblau: Das Hauptsignal preußischer Bauart mit drei Flügeln im Außenbereich des Nürnberger DB-Museums vor wolkenlosem Sommerhimmel. Bild: Peter Thomas

Der Bahnverkehr wird über eine Vielzahl von Signalen geregelt. Die Zukunft gehört digitalen Befehlen, die direkt ins Triebfahrzeug übermittelt werden. Die Gegenwart ist allerdings bunter.

          Verschwinden bald die Signale von den Eisenbahnstrecken? Auf der Ende vergangenen Jahres in Betrieb genommenen Schnellfahrverbindung von Berlin nach München setzt die Deutsche Bahn ja bereits in einigen Abschnitten ausschließlich auf das European Train Control System der Stufe 2 (ETCS Level 2). Dabei verzichtet man völlig auf die vertrauten Signale am Gleis und übermittelt die Signalbegriffe nur noch digital in den Führerstand.

          Doch keine Sorge: Ganz so schnell wird die schöne bunte Welt der Signale nicht aus dem rund 34.000 Kilometer langen Schienennetz der Deutschen Bahn verschwinden. Das liegt an der Komplexität und der historisch gewachsenen Struktur des Systems. Schließlich ist es bei der Eisenbahn nicht ganz so einfach wie bei der Ampelregelung im Straßenverkehr. Hier müssen deutlich mehr Informationen (Signalbedeutungen), durch „ortsfeste signaltechnische Einrichtungen“ (Signale) an den Lokführer (Triebfahrzeugführer) übermittelt werden.

          Dazu gehören neben den weitverbreiteten Haupt- und Vorsignalen auch exotisch anmutende Zeichen wie das an ein kubisches Emoticon erinnernde „El 1“ (Fahrleitungssignal „ausschalten“) und das auf dem Kopf stehende, gelbe V „Ne 7a“ (Schneepflugtafel „Pflugschar anheben“).

          Zweiter Grund für das Fortbestehen von Signalen, deren technisches Prinzip teils vor vielen Jahrzehnten entwickelt wurde, ist der historisch gewachsene Bestand der Leit- und Sicherungstechnik: Während das erste digitale Stellwerk (DSTW) Deutschlands in diesem Frühjahr in Betrieb genommen wurde (F.A.Z. vom 20. März 2018), sind neben den weitverbreiteten elektronischen Stellwerken (ESTW) auch noch viele mechanische und elektromechanische Stellwerke im Dienst. Und diese arbeiten nur mit klassischen Form- oder Lichtsignalen. So kann beispielsweise das Signal „Hp 0“ (Hauptsignal „Halt“) mechanisch durch einen waagrecht stehenden Flügel oder durch ein rotes Licht angezeigt werden.

          Tendenz geht in Richtung der Lichtsignale

          Noch in den letzten Jahren wurden in manchem Teil des Netzes auch neue Formsignale aufgestellt. Aber die Tendenz geht klar in Richtung der Lichtsignale. Je nach Bauart kommen dabei Glühlampen oder LEDs zum Einsatz. Im Lichtlabor der Deutschen Bahn in München tüfteln die Techniker und Ingenieure daran, die Sichtbarkeit der Signale unter anderem durch individuelle Streuscheiben zu verbessern.

          Immens wichtig für diesen Teil der Eisenbahn-Infrastruktur ist das Signalwerk Wuppertal der Deutschen Bahn. Dieser Standort versorgt die DB und zahlreiche private Eisenbahn-Infrastrukturunternehmen (EIU) mit mehr als 50.000 verschiedenen Komponenten der Leit- und Sicherungstechnik. Zudem arbeitet das Signalwerk rund 6000 Bestandteile von Signalen und Stellwerken auf, die bei den Herstellern nicht mehr erhältlich sind.

          Wer sich mit der Welt der Eisenbahnsignale näher beschäftigen möchte, der findet einen guten Überblick im Typenatlas „Signale der deutschen Eisenbahnen“ von Uwe Miethe. Die neue Auflage des 160 Seiten starken Handbuchs ist im März 2018 bei Geramond erschienen und kostet 20 Euro.

          Unter Strom: Verschiedene Lichtsignale und das Kettenwerk der Oberleitung in einem Bahnhofsvorfeld. Bilderstrecke

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