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Zenbook Pro von Asus im Test : Ein Notebook mit zwei Bildschirmen

Mit der Kraft der zwei Anzeigen: Asus Zenbook Duo Bild: Hersteller

Ein neues Notebook von Asus kommt mit gleich zwei Bildschirmen. Doch nicht nur das Duo-Display ist eine Überraschung.

          3 Min.

          Gleich der erste Blick zeigt das Ungewöhnliche: Dieses Notebook ist anders, ein Spezialist und nichts fürs allgemeine Publikum. Was ist mit der Tastatur passiert, fragt man sich, sofern der Rechner ausgeschaltet ist. Nach dem Einschalten ist das Rätsel gelöst: Das Zenbook Pro von Asus trägt den Beinamen Duo und deutet damit bereits an, dass hier gleich zwei Bildschirme in einem sonst konventionellen Gehäuse zum Einsatz kommen. Die große 15,6-Zoll-Anzeige wird ergänzt um eine kleinere mit 14,1 Zoll, die dafür verantwortlich ist, dass die Tastatur nach unten rückt und vor allem das Touchpad nach rechts. Als Handablage wird ein Kunststoffkeil mitgeliefert, der leider nicht mechanisch andockt, sondern manuell in Position zu bringen ist.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Das Hauptdisplay mit einer 4k-Auflösung von 3840 × 2160 Pixel ist in Oled-Technik gefertigt und lässt einen sofort staunen: Es ist ungewöhnlich leuchtstark und hell, trotz Hochglanzoberfläche gibt es kaum Spiegelungen. Ein derartig hochwertiges Display sieht man nur selten. Dies gilt umso mehr, wenn man es mit der unteren Zusatzanzeige vergleicht. Sie wirkt blasser und deutlich dunkler.

          Die Idee der zwei Bildschirme besteht darin, dass man oben produktiv arbeitet und unten weniger wichtige Bedienelemente ablegt wie Werkzeugpaletten oder das E-Mail-Programm. Das gelingt schnell und intuitiv, weil beide Anzeigen berührungsempfindlich sind. Man kann also flink mit dem Finger ein Fenster oder Bedienelement von oben nach unten schieben – und umgekehrt. Um eine Verschmutzung des Displays zu vermeiden, lässt sich dazu auch der beiliegende Stift verwenden.

          Das Zenbook Pro Duo misst 36 × 25 × 2,8 Zentimeter. Bilderstrecke

          Die Konfiguration der beiden Anzeigen erfolgt allein mit den Bordmitteln von Windows 10. Die Bildschirme lassen sich also wahlweise erweitern, duplizieren oder ausschalten. Insgesamt eine pfiffige Idee, indes muss man sich an die Bedienung gewöhnen. Auch das zur Seite gerückte Touchpad verlangt eine Umgewöhnung. Allerdings gibt es hier ebenfalls ein schönes Extra: Auf das Feld lässt sich ein numerischer Ziffernblock einblenden, so dass Excel-Jongleure Zahlenreihen schneller erfassen.

          Mehr Tempo mit Gaming-Grafik

          Apropos schnell: Der Prozessor des Zenbook Pro Duo 15 ist wahlweise der Core i7 9750 H oder ein noch mehr Leistung bietender Core i9 9980 HK, ein Achtkerner, der auf der Coffee-Lake-Architektur basiert und sich kurzzeitig bis 5 Gigahertz takten lässt. Unser Testgerät kam mit dem kleinen Sechskernprozessor, der indes für die meisten Aufgaben genug Tempo bietet. Die Zugabe ist der Grafikchip Geforce RTX 2060 von Nvidia, eine Gaming-Grafikkarte der Oberklasse, die man nicht mit der gleichnamigen Desktopversion verwechseln sollte. Die ist nämlich noch schneller. Hier jedoch sind Spiele in 4k-Auflösung mit rund 40 Bildern in der Sekunde realistisch, mit Full-HD-Auflösung sind es 100 Bilder je Sekunde.

          In der kleinsten Ausführung kostet das Zenbook Pro Duo 15 schon 3000 Euro. Unser Testgerät hatte zwar 16 Gigabyte Speicher, aber nur eine 500 Gigabyte fassende SSD, ein Terabyte Speicher ist gegen Aufpreis erhältlich. Unser Gerät kam kurioserweise mit Windows 10 Home, das ist in dieser Preisklasse unwürdig. Nicht weniger peinlich sind die Drohkulissen, wenn der Anwender nicht die vorab aufgespielte Mc Afee-Virenschutz-Software nutzen will. Es wird ein Dialogfeld eingeblendet, das zwei Schaltflächen enthält: „Akzeptiere das Risiko“ und „erhalte Schutz“. Hier noch einmal zur Erinnerung: Der hauseigene Microsoft-Schutz unter „Einstellungen“ und „Windows Sicherheit“ ist gegen Schadsoftware die Software der Wahl und zudem unentgeltlich. Es gibt keinen Grund, die Lösung von Microsoft gegen eine kostenpflichtige von Drittanbietern zu tauschen. Man deinstalliere also gleich nach der Inbetriebnahme alles von Mc Afee und aktiviere den Schutzschild von Microsoft.

          Leider schwergewichtig

          Das Zenbook Pro Duo misst 36 × 25 × 2,8 Zentimeter, ist also auch recht hoch. Dazu kommt das Gewicht von 2,5 Kilogramm, eine Mobilitätsbremse, zumal auch noch ein klobiges Netzteil mit weiteren 800 Gramm ins Reisegepäck gehört, das obendrein keinen USB-Typ-C-Stecker hat, sondern ein proprietäres Format verwendet. Die Akkulaufzeit liegt leider nur bei höchstens vier Stunden. Ein USB-Typ-C-Anschluss, dankenswerterweise mit Thunderbolt und Displayport, sowie zwei herkömmliche USB-Anschlüsse und ein HDMI-Ausgang bilden ein frugales Menü der Konnektivität.

          Wer sich für die etwas kleinere Variante des Zenbook Pro Duo interessiert, beachte, dass der 14-Zöller zwar seinem größeren Bruder sehr ähnlich sieht. Aber das Hauptdisplay hat nur eine Full-HD-Auflösung von 1920 × 1080 Pixel, ist kein Oled, sondern ein LCD und verzichtet auf die leistungsfähige Grafikeinheit. Indes beginnen die Preise hier schon bei 1200 Euro.

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