https://www.faz.net/-gy9-a60ri

Microsoft Xbox Series X : Black Box

  • -Aktualisiert am

„Kühlschrank“ taufte die Netzgemeinde die Series X noch vor Verkaufsstart. Bild: Microsoft

Die neue Spielekonsole von Microsoft wiegt stolze viereinhalb Kilo. Mit ihrem schlichten Design kommt sie gegen den Rivalen aus dem Hause Sony wohl nicht an. Was leistet die Xbox Series X?

          3 Min.

          Nein, es leuchtet nicht im Gehäuse der neuen Spielekonsole Xbox Series X von Microsoft. Es ist nur Farbe, die im markentypischen Grünton in den Lüftungsschlitzen des Geräts schimmert und eine optische Täuschung erzeugt. Sonst ist das neue Flaggschiff anders als der futuristisch anmutende Rivale von Sony, die Playstation 5, optisch unauffällig. Als schlichter schwarzer Kasten und mit einem Gewicht von viereinhalb Kilo zog sie schon vor dem Verkaufsstart am 10. November Spott und Häme auf sich – „Kühlschrank“ taufte sie die Netzgemeinde. Microsoft nahm das mit Humor und verloste kurzerhand einen 180 Kilo schweren Kühlschrank in Form der neuen Xbox.

          Tatsächlich kann der Konzern mit Gelassenheit auf den Konsolenmarkt von morgen blicken. Mit einem Preis von 500 Euro kostet die Series X genauso viel wie die neue Playstation 5 und ist dennoch das schnellste Gerät auf dem Markt – und das wird sie wohl auch vorerst bleiben. Bei der letzten Konsolengeneration war das noch anders. Da unterlag die Xbox One der Playstation 4 in ihrer Leistungsfähigkeit. Das schlug sich auch auf die Verkaufszahlen nieder. Mehr als doppelt so oft verkaufte Sony seine letzte Konsolengeneration im Vergleich mit Microsoft.

          Detailgrad eines Gaming-Computers

          Das neue Xbox-Modell besticht mit seiner Leistung. Die Series X ist in unter fünf Sekunden betriebsbereit, das Menü reagiert deutlich flüssiger und schneller als beim Vorgänger, die Installations- und Ladezeiten auch von umfangreichen Spielen sind kurz. Darüber hinaus bietet sie erstmals eine Quick-Resume-Funktion, um eine Anwendung zu pausieren und bis zu vier weitere zu starten. So dauert der Wechsel zwischen laufenden Spielen nicht länger als zehn Sekunden.

          „Borderlands 3“ wurde für die neue Konsolen-Generation optimiert.
          „Borderlands 3“ wurde für die neue Konsolen-Generation optimiert. : Bild: 2K Games/Screenshot

          Außerdem wartet die Series X mit Abwärtskompatibilität auf. Sämtliche für die Xbox One erschienenen Spiele laufen auch auf der neuen Generation. Viele Spiele halten dabei mit 4K-Auflösung eine konstante Bildrate von 60 FPS. Titel, die für die Series X optimiert wurden, weisen einen ähnlich hohen Detailgrad auf wie ihr Pendant auf einem Gaming-Computer. Besonders bemerkbar macht sich das bei Spielen, welche die neue Raytracing-Technik verwenden. Hier erzeugt die Series X komplexeste Umgebungsreflexionen: Das Tor, das wir in „Watch Dogs: Legions“ durchschreiten, spiegelt sich in der Pfütze zu unseren Füßen, und die Karosse unseres Sportwagens in „Forza Horizon 4“ funkelt in den satten Farben der LED-Leinwände, an denen wir vorbeifliegen.

          Möglich macht das eine 1 Terabyte große SSD. Rund 800 Gigabyte können davon genutzt werden, der Rest entfällt auf das Betriebssystem. Das hohe Tempo der SSD zahlt sich aus. Der Achtkernprozessor von AMD arbeitet mit einer Taktgeschwindigkeit von bis zu 3,8 Gigahertz. Die Playstation 5 verwendet dieselbe Prozessor-Architektur von AMD, kommt aber nur auf 3,5 Gigahertz. Auch bei der Grafikkarte hat die Xbox diesmal die Nase vorn: Ihre GPU schafft 12 Teraflops, die Playstation 5 erreicht 10,3. In Sachen Arbeitsspeicher sind die beiden Konsolen mit jeweils 16 Gigabyte gleichauf. Positiv fällt die ruhige Vertikalbelüftung der Series X auf. Mit rund 30 Dezibel ist das Gerät unter Volllast so leise wie Waldrauschen.

          „Forza Horizon 4“: Auf der Karosse eines BMW i8 spiegelt sich durch die neue Raytracing-Technologie die Umgebung.
          „Forza Horizon 4“: Auf der Karosse eines BMW i8 spiegelt sich durch die neue Raytracing-Technologie die Umgebung. : Bild: Microsoft/Screenshot

          Nur leicht überarbeitet wurde der kabellose Controller: Die Rückseite ist nun angerauht, die Druckpunkte des Steuerkreuzes haben einen stärkeren Widerstand, ihr Klicken ist etwas lauter. Ein Share-Button wurde hinzugefügt, mit ihm kann man nun Screenshots anfertigen und über Xbox Live ins Netz laden. Wie beim Vorgänger setzt Microsoft auf AA-Batterien anstelle eines Akkus. Über ein USB-C-Kabel kann der Controller problemlos mit der Konsole verbunden werden. Controller der letzten Generation können mit der Series X weiterhin verwendet werden. Auch Maus und Tastatur lassen sich anschließen, bleiben in ihrer Funktionalität aber rudimentär.

          Standardmäßig kommt die Series X mit einem Laufwerk für CDs, DVDs und UHD-Blurays. Bei Letzteren wird allerdings Dolby Vision nicht unterstützt – Heimkino-Besitzer könnte das enttäuschen. Im Menü findet sich ein erfahrener Xbox-Nutzer gleich zurecht, denn bis auf den beweglichen Hintergrund hat sich nicht viel verändert. Die Kacheldarstellung ist auch für Neueinsteiger intuitiv verständlich. Der Microsoft Store fügt sich gut ein, Applikationen wie Netflix und Youtube sind im Handumdrehen installiert.

          Eine sinnvolle Ergänzung ist der bereits von der Xbox One bekannte Game Pass Ultimate. Für eine monatliche Gebühr von 13 Euro lassen sich mit ihm über 100 Titel spielen. Zudem bietet er Rabatte auf viele weitere Spiele. Inbegriffen ist aber auch Xbox Live Gold – die Online-Funktionen für die Konsole. In der Vergangenheit gab es immer wieder Kritik, dass solche Inhalte separat zugebucht werden mussten. Noch einmal spannend wird es im kommenden Jahr. Dann kommt mit Titeln wie „Halo Infinite“, „Battlefield 6“ und „Far Cry 6“ eine Reihe an Next-Gen-Spielen auf den Markt, die das technische Potential der Maschine weiter ausschöpfen werden.

          Weitere Themen

          Der Polestar 2 Video-Seite öffnen

          F.A.Z.-Fahrbericht : Der Polestar 2

          Der Polestar 2 wird gern als Tesla- Jäger bezeichnet. Ob sich der Kauf aber wirklich lohnt erfahren Sie in unserem F.A.Z.-Fahrbericht.

          Camping Light

          Crosscamp von Hymer : Camping Light

          Nach jahrelanger Abstinenz vom Markt der Freizeitfahrzeuge kommt jetzt wieder ein Opel zum Einsatz. Das Camping-Mobil Crosscamp bleibt deutlich unter dem Preisniveau eines VW California.

          Topmeldungen

          Abgang aus der Politik : Merkels Plan für Merkel

          Die Kanzlerin nennt es faszinierend, Politik nicht planen zu können und morgens nicht zu wissen, wie der Abend aussieht. Nur für ihren eigenen Weg hat das nie gegolten. Warum ihr geplanter Abgang funktionieren könnte.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.