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Entwicklerkonferenz 2015 : Das sind die Neuigkeiten von Apple

Apple-Chef Tim Cook übergibt an Musikproduzent Jimmy Iovine, der etwas unbeholfen Apple Music vorstellte Bild: AP

Die Keynote von Tim Cook auf Apples Entwicklerkonferenz hat dieses Mal sehr lange gedauert. Die Bilanz: Viele kleine Neuigkeiten bei den Betriebssystemen und zwei neue Apps. Aber was unterscheidet den Streaming-Dienst „Apple Music“ von der Konkurrenz?

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          Es ist ein gut gepflegtes Ritual: Einmal mehr hat Apple-Chef Tim Cook die Entwicklerkonferenz des Konzerns mit seiner Keynote eröffnet. Die Veranstaltung dauerte rekordverdächtige zweieinhalb Stunden. Es ging ausschließlich um Software-Neuigkeiten. Das liegt nahe, weil unter den Besuchern vor allen Dingen Entwickler sind. Aber es war nicht immer so.

          Marco Dettweiler
          Redakteur in der Wirtschaft.
          Michael Spehr
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Weil sich Apple mittlerweile um drei Betriebssysteme kümmern muss, nimmt dies einige Zeit in Anspruch. Die spannensten Neuigkeiten verkündete Tim Cook für das jüngste Betriebssystem: Watch OS. Aber was bei iOS 9 und Mac OS X El Capitan - ja, so heißt die neue Version - hinzukommt, dürfte Apple-Nutzern gefallen. Einiges kommt Android-Nutzern wahrscheinlich bekannt vor.

          iOS 9

          Zunächst können Sie sich zurücklehnen und Ihr iPhone oder iPad in Ruhe beiseitelegen. Die neuen Versionen kommen alle erst im Herbst. Am meisten profitiert wohl das iPad vom Update. Apple führt zum Beispiel den Splitscreen ein. Zwei Anwendungen lassen sich nebeneinander öffnen. Beide sind aktiv, sodass sie parallel benutzt werden können. Mit gespreizten Fingern lassen sich beide auch gleichzeitig scrollen. Android-Nutzern dürfte diese Funktion bekannt vorkommen. Sie ist auf Googles Betriebssystem längst etabliert. Auch die erweiterte Spotlight-Funktion, also die systemumfassende Suche, erinnert ein bisschen an Google Now. Die Suche ist immer kontextbezogen.

          Ebenfalls praktisch: Das Keyboard des iPad wird zum Trackpad, wenn man zwei Finger benutzt. Somit muss man nicht mehr über Wörter und Sätze wischen, um sie zu markieren, sondern man modifiziert sie direkt von der Tastatur aus. Das spart Zeit und das lästige Wechseln zwischen den Ansichten. Videos erscheinen nun wie eigenständige Objekte und lassen sich unabhängig von den Apps verschieben und anschauen. Zwei Neuigkeiten muss man ebenfalls im Kontext von Android erwähnen: Da ist zum einen der Low-Power-Mode, der dafür sorgt, dass der Akku beim iPhone oder iPad noch länger hält, indem man nur die Notfunktionen am Leben hält. Zum anderen hat Apple die Task-Übersicht aufgehübscht. Die Apps reihen sich nicht mehr klein nebeneinander auf, sondern bewegen sich fast bildschirmfüllend wie ein Fächer.

          Mac OS X El Capitan

          Die Neuigkeiten bei Mac OS X waren bis auf den Namen, nach „Yosemite“ folgt nun „El Capitan“, weniger spannend und gingen sehr ins Detail. Craig Federighi, Chef der Software-Entwicklung, zeigte Verbesserungen wie das Markieren und Löschen von Mails, wie es bei iOS üblich ist. Der Umgang mit Fenstern wurde nochmal effizienter gestaltet. An Sarafi hat Apple gearbeitet: Favorisierte Webseiten lassen sich mit „Website-Pins“ aktiv und offen halten. Verschiedene Programme agieren noch schneller und besser miteinander. Das ist erfreulich, allerdings funktioniert dies gerade bei Mac OS jetzt schon sehr gut.

          Nicht zu unterschätzen ist sicherlich die Auswirkung auf die Systemleistung der Macs. Denn mit den neuen Betriebssystem-Versionen werden die Rechner nicht langsamer, sondern schneller. Dafür sorgt unter anderem die im vorherigen Jahr vorgestellte Grafiktechnik namens „Metal“, die es nun für den Mac gibt.

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