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Wikileaks-Kommentar : Ein Risiko bleibt immer

Wer das Internet nutzt, begibt sich in Gefahr. Man kann ausspioniert, geschädigt oder bestohlen werden. Doch das Risiko sollte jeder aushalten.

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          Das Smartphone wird nie sicher sein. Ebenso in Gefahr ist der internetfähige Fernseher, Kühlschrank und Computer. Alles, was vernetzt ist, kann von Fremden übernommen werden. Das ist nicht neu, das ist meist nicht schlimm und das ist selten existentiell. Dieses Risiko gehört zum modernen Leben dazu.

          Deshalb haben die Enthüllungen von Wikileaks, dass die CIA fast nach Belieben Smartphones und andere Dinge hacken kann, wenn überhaupt eine politische und rechtliche Dimension. Für den Nutzer ändert sich nichts. Im Gegenteil: Passwörter, Zwei-Faktor-Authentifizierung oder Verschlüsselung sind wirkungslos, wenn Sicherheitslücken der Betriebssysteme unentdeckt bleiben und Kriminelle oder Geheimdienste die Geräte bedienen können.

          Sie haben mittlerweile also die Endgeräte im Visier. Das macht es jedem Spion leichter, das Opfer auszuhorchen, ihm zu schaden oder zu bestehlen. Vermutlich haben die Kriminellen doch erkannt, dass der Aufwand, eine Verschlüsselung zu knacken, viel höher ist, als jemanden gezielt anzugreifen.

          Für den alltäglichen Umgang mit internetfähigen Geräten bleiben zwei Lehren, die schon immer galten.

          Ersten birgt jede Technik ihre Risiken, die man akzeptieren muss. Und bei den älteren, reifen Techniken haben wir uns daran gewöhnt. Wir steigen in Bahn, Flugzeug und Auto. Wenn ein Unglück passiert, dessen Ursache eine technische war, zweifeln wir nicht an der Technik, sondern steigen wieder ein. Und das ist gut so - und rational. Nur weil wir nun hören, dass sich die CIA auf unserem Smartphone, Computer oder Fernseher einnisten könnte, sollten wir nicht zu analogen Zeiten zurückkehren. Die Vorteile des Internet überwiegen die Risiken bei weitem. Und die Wahrscheinlichkeit, dass man zum Opfer wird, ist sehr gering.

          Nur zweitens sollten wir es den Kriminellen möglichst schwer machen. Man kann die Wohnungstür gar nicht, ein- oder zweimal zusperren. Es gibt massive Schlösser mit zentimeterdicken Stahlmechanismen. Alarmanlagen können ebenfalls verhindern, dass Einbrecher ins Haus dringen. Und so sollten all jene, die ihr Haus mehrfach verriegeln, anspruchsvolle Passwörter, die Zwei-Faktor-Authentifizierung, verschlüsselte Datenübertragung auf ihren Geräten benutzen und vor allen Dingen regelmäßige Updates durchführen. Auch wenn es im Haus oder im Betriebssystem eine Sicherheitslücke geben könnte, ist es keine Lösung, das Heim nicht zu verlassen oder das Smartphone in der Schublade liegen zu lassen.

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