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Sicheres iPhone : Apple, Trump und Terroristen

Bild: André Laame

Wie kommen Ermittler an die iPhone-Daten von Kriminellen? Natürlich durch Anfragen bei Apple. Aber Apple gibt die Daten nicht heraus, aus guten Gründen.

          5 Min.

          Apple versperre den Zugang zu Handys von „Mördern, Drogendealern und anderen gewalttätigen kriminellen Elementen“, poltert der amerikanische Präsident Donald Trump. Es geht um iPhones eines saudischen Offiziers, der im Dezember auf einem Militärstützpunkt in Florida mehrere Menschen erschossen hatte. An den vollständigen Inhalt dieser Geräte kommen die Ermittler nicht heran. Apple hat viele Daten der Konten des Täters herausgerückt, aber nicht die Kennwörter, mit denen man die iPhones entsperren könnte. Die Geschichten wiederholen sich. Schon 2016 hatte das FBI versucht, Apple gerichtlich zu zwingen, das iPhone eines Attentäters zu entsperren. Apple stellte auch damals iCloud-Daten bereit, aber iOS war und ist so konstruiert, dass der amerikanische Hersteller das iPhone-Kennwort weder hat noch ermitteln kann. Das FBI zog den Gerichtsbeschluss zurück, als es das iPhone letztlich selbst knacken konnte.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Die grundsätzliche Frage ist stets dieselbe: Sollen Strafverfolgungsbehörden Zugriff auf die Daten und die Kommunikation der Menschen haben? Ermittler und Geheimdienste sitzen blind im Dunkeln, während Terroristen und Kriminelle abhörsicher kommunizieren. So fordern Politiker, auch in Europa, dass es im Internet keine Kommunikationswege geben darf, die für Sicherheitsbehörden nicht einsehbar sind. Abhörmaßnahmen dürften nicht unmöglich gemacht werden.

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