https://www.faz.net/-gy9-8scyo

Altes Android-Handy gesichtet : Welches Smartphone benutzt Donald Trump?

Donald Trump telefoniert während eines Mittagsessens in North Charleston am 18.02.2016 Bild: AP

Was man liebt, gibt man nicht so schnell her. Donald Trump ist wohl doch nicht auf ein spezielles Sicherheits-Smartphone umgestiegen. Beim Twittern auf dem Sofa könnte er sich verraten haben.

          Auch wenn in immer kürzeren Abständen neue Smartphone-Tests auf Nachrichtenseiten wie dieser erscheinen, sollte man eigentlich all jene loben, die sich davon nicht beeindrucken lassen und nicht jedes halbe Jahr ein neues Gerät bestellen. So liest man in Leserkommentaren auch häufig Meinungen beginnend mit den Worten „Ich benutze noch mein drei Jahre altes Gerät und bin zufrieden...“

          Dass ausgerechnet der amerikanische Präsident Donald Trump eine ähnliche Haltung hat, was die Anschaffung eines neuen Smartphones betrifft, überrascht aus zwei Gründen: Erstens hat er genügend Vermögen, um sich immer das aktuellste Smartphone leisten zu können. Zweitens hat die amerikanische Regierung vor wenigen Tagen die Nachricht verbreitet, dass er bei seinem Amtsantritt vor knapp einer Woche auch ein sicheres Smartphone bekommen und sein altes abgegeben habe.

          Gibt sein altes Android nicht aus den Händen

          Dass es sich dabei um einen Irrtum handeln könnte, legt eine Reportage der „New York Times“ nahe. Denn dem Redakteur sagte der Präsident in einem Telefoninterview, dass seine bisherigen Geräte „die schönsten Telefone sind, die ich je in meinem Leben benutzt habe“. Und weil man das, was man liebt, nicht hergibt, benutzt er dieses normale Android-Gerät offenbar weiterhin, vor allen Dingen für seine Twitter-Eskapaden. Das bestätigt auch ein Detail aus dem Bericht der „New York Times“, in dem beschrieben wird, wie Trump mit Frau und Kind auf dem Sofa sitzt und sein altes Smartphone in den Händen hält.

          Fakt könnte also lediglich sein, dass er ein vom Secret Service modifiziertes Smartphone bekommen hat, dieses nur selten im Einsatz ist. Über den Hersteller des neuen Telefons kann man nur spekulieren. So hatte Obama anfangs ein modifiziertes Blackberry in Benutzung, das er mit einem iPhone getauscht hat, das aber wiederum auch aus Sicherheitsgründen nur eingeschränkt nutzbar war: Obama konnte damit nur Mails empfangen und im Internet surfen. Über den Hersteller von Trumps Lieblings-Handy herrscht dagegen Klarheit. Es ist ein Samsung-Gerät. Nur beim Modell sind sich die Beobachter unsicher. Das Fachportal „Android Central“ glaubt herausgefunden zu haben, dass es sich um ein Galaxy S3 handelt. Indizien seien die Gehäuseform und die Anordnung der Kopfhörerbuchse und des Blitzes. Dann hätte Trump seit zirka fünf Jahren das gleiche Smartphone, wenn er es zu Marktstart gekauft hätte.

          Bei Version 4.3 stehen geblieben

          Das mobile Betriebssystem des amerikanischen Präsidenten wäre auf dem Stand von 2015, als Android 4.3 das letzte Mal aktualisiert wurde. Mittlerweile rollen die meisten Hersteller die Version 7 Nougat aus. Neben neuen Features, wird auch die Sicherheit des Betriebssystem verbessert. So sind häufig ältere Android-Geräte betroffen, wenn Sicherheitslücken bekannt werden.

          Mit der Version 4.3 Jelly Bean läge Trump mit dem Betriebssystem seines Smartphone sogar noch eine Stufe hinter 4.4 Kitkat, die am weitesten verbreitet ist. Da Hersteller wie Samsung, Sony, LG und Huawei meist nur ihre aktuellen Flaggschiffe mit dem neusten Androidsystem versorgen, würde Trump auch bei dieser Version stehen bleiben.

          Twitter-Account in Gefahr?

          Nun ist bekannt, dass Trump mit seinem Smartphone wenig mailt, aber umso mehr twittert, weiterhin unter seinem Privataccount „@realDonaldTrump“. Es besteht also die Gefahr, dass jemand über eine Schadsoftware versucht, an Trumps Account zu kommen. Ein nationales Sicherheitsrisiko wäre dieser Hack vielleicht nicht. Dennoch könnten falsche Tweets zu nicht zu unterschätzenden Reaktionen führen, gerade weil sich der amerikanische Präsident nicht immer eindeutig und häufig emotional äußert.

          Ob Trump bei seinem privaten Twitteraccount die bestmögliche Sicherheitsstufe eingestellt hat, ist fraglich. Wenn er wollte, könnte er mit der Zwei-Faktor-Authentifizierung arbeiten. Erst eine zusätzliche SMS legitimiert den Nutzer neben der üblichen Eingabe von Benutzername und Passwort, sich einzuloggen. Vielleicht hat er daraus gelernt, dass sein Account vor vier Jahren schon einmal gehackt wurde. Damals versendete der Hacker ein paar Zeilen aus Liedern des Hip-Hopers Lil’ Wayne.

          Oder doch ein iPhone?

          Alternativ könnte Donald Trump auch auf ein iPhone umsteigen. Doch für Android-Fans gilt das gleiche für Apple-Jünger. So schnell wechselt man nicht sein Lieblings-Smartphone. Und vor Überfällen ist das iPhone eben auch nicht sicher. Zudem rief Trump vor zirka einem Jahr dazu auf, Apple zu boykottieren, weil das Unternehmen damals dem FBI die Hilfe verweigerte, ein verdächtiges iPhone zu knacken.

          Am besten sollte Trump einfach das Gerät akzeptieren, das ihm bei der Amtseinführung überreicht wurde.

          Weitere Themen

          Hat Trump die Queen berührt? Video-Seite öffnen

          Videoaufnahmen nicht eindeutig : Hat Trump die Queen berührt?

          Bei seinem Besuch in Großbritannien wurde der amerikanische Präsident zu einem Staatsbankett geladen. Eine Ehre genug – doch Trump schien sich nicht optimal vorbereitet zu haben. Denn mit der Queen verstieß er wohl gegen einen wichtigen Verhaltenskodex.

          Topmeldungen

          Mordfall Lübcke : Die Falle der AfD

          Die AfD ist an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten. Die Krokodilstränen über den Tod eines Repräsentanten des „Systems“, das sie aus den Angeln heben will, kann sie sich sparen.
          Qatar und kein Ende: Michel Platini muss sich jetzt der französischen Justiz erklären.

          Platini verhaftet : Auch Sarkozy saß mit am Tisch

          Nach seiner Festnahme in Nanterre lässt Michel Platini erklären, er sei „völlig unbeteiligt“. Woran? Die Spur führt zu einem Lunch mit dem Emir von Qatar.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.