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Videospiele : Mit Muskeln spielen für die virtuelle Welt

Die frische Kraft: Nintendos Wii setzt auf Spaß für die ganze Familie Bild: Hersteller

Ein Zeitvertreib für Jung und Alt: Computer- und Videospiele sind ein fester Teil des Alltags geworden und stehen auf dem Wunschzettel für Weihnachten ganz oben. Aber welche Konsole ist die beste? Hinweise zu Hard- und Software.

          7 Min.

          Nicht mehr dass, sondern was, wie und womit gespielt wird, bestimmt die Diskussion in der Familie kurz vor Weihnachten. Computer- und Videospiele sind ein fester Teil des Alltags geworden, ein selbstverständlicher Zeitvertreib für Jung und Alt. Vor einigen Monaten wurde der „Bundesverband der Entwickler von Computerspielen“ in den „Deutschen Kulturrat“ aufgenommen.

          Michael Spehr
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Nicht nur, weil etliche Spiele mittlerweile in den Feuilletons besprochen werden, sondern wohl auch, weil die Branche einer der wichtigsten Zweige der Kulturindustrie geworden ist. Während die Umsätze bei Film und Musik zurückgehen oder stagnieren, wächst die Sparte der Spiele rasend schnell: Mehr als zweieinhalb Milliarden Euro wird sie in diesem Jahr in Deutschland umsetzen, und die jährlichen Zuwachsraten sind zweistellig.

          Auch die Älteren entdecken die Faszination virtueller Abenteuer

          Rund ein Drittel aller Deutschen über 14 Jahre spielt regelmäßig. Nun entdecken auch die Älteren die Faszination virtueller und realer Abenteuer vor dem Bildschirm - inklusive schweißtreibender Wettbewerbe wie der unlängst ausgetragenen „Wii Sports Bowling Seniorenmeisterschaft“, die übrigens ein Altersheim aus Düsseldorf gewann. So bleibt also wenig vom Klischee des Computerspielers als verstörtem und isoliertem Eigenbrötler, der bei heruntergelassenen Rollläden stundenlang auf seinen Bildschirm starrt. Die aktuellen Spiele sind aktive Teilhabe und Teilnahme an einer digitalen Kunstwelt, wenn etwa 11 Millionen Menschen regelmäßig eine Zweitkarriere als Magier, Hexenmeister oder Jäger in dem größten Online-Abenteuer „World of Warcraft“ starten.

          Klassiker: Playstation 3 von Sony
          Klassiker: Playstation 3 von Sony : Bild: Hersteller

          Mehrere Faktoren tragen den aktuellen Spiele-Boom. Mit ihren hochgetakteten Mehrkern-Prozessoren und rasend schnellen Grafikkarten bieten die derzeitigen Top-PCs ebenso wie die beiden stärksten Konsolen, die Playstation 3 (PS3) und die Xbox 360, einen Realismus und Detailreichtum in feinster HD-Auflösung, der jeden Betrachter sofort in ihren Bann zieht. Manche Abenteuer am Bildschirm sind mit ihrer fotorealistischen Tiefenschärfe kaum von einem Spielfilm zu unterscheiden. Und: Wo früher einzelne Straßenzüge für das Hauptgeschehen in der virtuellen Welt nachgestellt wurden, sind es nun ganze Städte und Landschaften, in denen man sich frei bewegen kann.

          Die offene Gesellschaft: Aktuelle Spiele sind Nachbauten der Welt

          Diese „Open World Games“ wie „Grand Theft Auto 4“ führen zwar den Spieler an einem narrativen Handlungsstrang mit kleinen spielbaren Einheiten entlang, sie erlauben ihm jedoch auch, das zu tun, wozu er gerade Lust hat. Man kann in GTA 4 den Helden auf eine Mafia-Laufbahn schicken, aber genauso gut innehalten und ihn wahllos durch die Gegend fahren lassen. Das Schicksal des Protagonisten ist offen, und damit entsteht eine viel stärkere Identifikation als beispielsweise in einem Roman oder Kinofilm. Zudem verlieren die virtuellen Gegner oder Sparringspartner den Charakter einer in ihrem Handeln vorhersehbaren Kunstfigur und werden mit „humanen“ Regungen ausgestattet.

          Diesen Tendenzen der zunehmenden Verfeinerung und Raffinesse läuft eine Entwicklung diametral entgegen: der Erfolg von Nintendos Spielekonsole Wii. Sie ist hinsichtlich der Grafik eine Rückkehr der Vergangenheit, und sie ist zugleich die Zukunft für Spiele vor dem Bildschirm, die vor allem der körperlichen Ertüchtigung dienen. Simulierte das erste Bildschirmspiel „Pong“ 1972 ein Tennismatch durch zwei vertikal bewegliche Linien an den Bildschirmrändern, die als virtueller Schläger von jeweils einem Spieler bewegt wurden, wird das Turnier nun mit einem realen Controller in der Hand ausgefochten, mit dem man in der Luft herumfuchelt, um ein kleines Lego-Männchen auf dem Fernsehschirm zu steuern. Die Wii-Fernbedienung fungiert quasi als Fortsetzung des Körpers.

          Die ideale Familienkonsole, an der alle ihren Spaß haben

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