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Unterwegs mit dem Smartphone : Outdoor-Routenführer für Android

Mit Navi-Funktion: OSM And Bild: Michael Spehr

Ob zu Fuß oder auf dem Rad mit dem Smartphone unterwegs: Passende „Apps“ sind bei der Routenplanung, dem Entdecken von Sehenswürdigkeiten und als Fahrtenschreiber hilfreich - und zeigen große Unterschiede bei den Landkarten.

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          Natürlich muss das Smartphone mit, wenn man in diesen sommerlichen Tagen draußen in der Natur unterwegs ist. Sei es auf dem Fahrrad oder auf dem Wanderweg: Der elektronische Begleiter macht sich auf längeren Touren ungemein nützlich, und damit meinen wir nicht etwa, dass man alle paar Minuten auf seine E-Mail gucken sollte. Bei Sport und Bewegung stehen vielmehr die Funktionen rund um den eingebauten GPS-Empfänger im Vordergrund. Stichworte: Planung von Rad- und Wanderrouten, Entdecken von Sehenswürdigkeiten und die Aufzeichnung der zurückgelegten Strecke, also der Einsatz des Smartphones als Fahrtenschreiber.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Wer bei der Planung seiner Touren im Grünen an das Nachrüst-Navi fürs Auto oder Google Maps im Internet denkt, verzichtet auf einiges. Denn die hier eingesetzten Karten von Navteq oder Tom Tom sind auf die Verwendung im Fahrzeug zugeschnitten. Das Auto-Navi führt einen also kilometerlang um den Park herum oder schickt gegebenenfalls den Fußgänger auf eine dichtbefahrene Bundesstraße, obwohl kürzere Pfade durchaus vorhanden sind. Viele Wege, auf denen keine Autos fahren können, fehlen in diesem elektronischen Kartenbestand.

          Kenner und Könner verwenden Landkarten aus anderen Quellen, und an erster Stelle sind hier die Open Street Maps (OSM) zu nennen. Sie sind – wie die Wikipedia – von einer Heerschar von Freiwilligen erstellt, kein kommerzielles Produkt, sondern basierend auf der Arbeit von Freizeitkartographen. OSM lassen sich unentgeltlich im Internet studieren und laden, jeder kann mitarbeiten, und die Qualität und Detailfülle des Datenmaterials bei Wander- und Radwegen ist beachtlich. Gewisse Einschränkungen sind jedoch nicht von der Hand zu weisen: Im Gebirge können die OSM nicht mit einer Wanderkarte auf Papier mithalten, und in gering besiedelten Gebieten fehlt manche Straße.

          Bunte Auswahl: Mavericks Karten

          Zoomtiefe könnte etwas größer sein

          Die größte Auswahl praktischer Karten-Apps gibt es derzeit für das iPhone und die Android-Familie. Zwei beispielhaft von uns erprobte Android-Programme zeigen, was man heutzutage erwarten darf. Maverick von Code Sector gibt es im Android Market in einer Gratisvariante und in einer erweiterten, kostenpflichtigen Version für fünf Euro. Das interessanteste Detail dieser sehr schicken Software ist der Einsatz aller nur denkbaren Karten. Neben OSM stehen auch die von Google, Nokia und Microsoft Bing zur Verfügung, und weil man mit einem Tastendruck flink wechseln kann, lässt sich die Güte quasi unmittelbar an Ort und Stelle beurteilen. OSM steht zudem in den Varianten Open Cycle Map (für Radfahrer) und Open Piste Map (für Skifahrer) zur Verfügung.

          Kleiner Kritikpunkt: Bei den OSM-Karten könnte die Zoomtiefe etwas größer sein. Zur Orientierung im Grünen ist die App jedoch ganz hervorragend geeignet, auch nach geographischen Koordinaten oder Ort und Straße kann man suchen. Zum Laden des Kartenmaterials ist natürlich eine Internetverbindung erforderlich. Wer keine Flatrate hat oder im Auslandsurlaub hohe Roaminggebühren fürchtet, greift zu einem Trick: Man lädt die Karten vorab in einem W-Lan-Netz auf den PC und überträgt sie anschließend auf die SD-Speicherkarte des Smartphones. Die Prozedur ist bei Code Sector ausführlich beschrieben, aber eine komplizierte Angelegenheit. Die eigene geographische Position kann man an andere weitergeben (mit so gut wie allen auf dem Androiden installierten Apps, auch Twitter), und selbstredend ist das Aufzeichnen der zurückgelegten Strecke kein Problem. So lässt sich später am PC die Route mitsamt allen Irrungen und Wirrungen exakt nachverfolgen. Dazu benötigt man allerdings ein (kostenfreies) Konto bei GPSies.com, einem Tracking-Dienst zum Hochladen schöner Strecken. Die App ist einen Blick wert, sie beherrscht jedoch nicht die Berechnung von Routen.

          Zugriff auf Karten deutlich einfacher

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