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In-Ears von Sennheiser im Test : Momentum mal – Wo sind denn die Kabel hin?

Hat sich bei den meisten Herstellern bewährt: Auch der Momentum wird in einem Etui geschützt und aufgeladen. Bild: Hersteller

Sennheiser steigt spät in den Markt der True-Wireless-Hörer ein. Dafür bietet der Momentum einen besseren Klang als die meisten Konkurrenten, hat aber auch eine Schwäche.

          Es gibt Geräte, die sind nicht mehr aus der Welt zu kriegen. Dabei sieht man sie kaum, weil sie sich geschickt im Ohr verstecken. Die Rede ist von True-Wireless-Hörern. Zu deutsch: komplett kabellose Hörer, die man ins Ohr steckt. Nun hat Sennheiser diese Gattung für sich entdeckt und die Momentum True Wireless für 300 Euro auf den Markt gebracht.

          Sennheisers Modellreihe „Momentum“ gibt es schon seit vielen Jahren. Dazu zählen Kopfhörer, die auf, um und im Ohr sitzen – aber eben alle noch irgendwo ein Kabel brauchten. Die Form des Neuzugangs überrascht kaum. Wie die Modelle einiger anderer Hersteller sieht der Sennheiser aus wie ein dicker Knopf im Ohr, der sich mit dem Gummipfropfen, den Ear Tips, im Innenohr festhält. Jabra, Bose, Samsung und andere haben kleine Flügelchen zur Unterstützung angebracht. Apples Airpods oder eben die Momentum halten einfach so. Wohingegen unsere Ohren bei den Airpods ab und zu loslassen, sitzen die Hörer von Sennheiser fest, komfortabel und sicher.

          Für die Bedienung solcher In-Ears hat sich die Außenseite der Gehäuse als berührungsempfindliche Oberfläche etabliert. Bei Sennheiser setzt sich diese Fläche durch die silberne, leicht rauhe und hübsche Gestaltung klar ab vom Rest der schwarzen Kunststoffmuschel. Die linke „Touch-Bedienfläche“ dient zur Steuerung der Musikwiedergabe wie abspielen, Pause, zum nächsten Titel springen und reduzieren der Lautstärke. Auf der rechten Seite lassen sich Anrufe auf dem Smartphone entgegennehmen, der Sprachassistent bedienen und die Lautstärke erhöhen. Die Unterschiede in der Bedienung der linken und der rechten Bedienfläche erfordern anfangs einige Trainingsmaßnahmen, weil sie vielfältig sind. Nach einer Weile kennt man die Befehle und freut sich über die klare Trennung.

          Bedient wird der Momentum über die silberne Oberfläche durch Tippen und Wischen. Bilderstrecke

          Wie bei fast allen In-Ear-Kopfhörern entscheidet auch hier der Sitz im Innenohr über die Qualität des Klanges. Gerade im Bassbereich machen wenige Millimeter viele Dezibel aus. Da der Autor um die Anomalie seiner Gehörgänge und den Sound von Sennheiser weiß, mussten einige Ohrstöpsel aufgesteckt werden, bis der Klang saß. Bei den vier vom Hersteller mitgelieferten Größen war keine wirklich passende dabei. Die meisten Hörer werden aber vermutlich fündig.

          Irgendwann saßen die Knöpfe fest im Ohr. Und da war er dann, der Momentum-Klang, wie man ihn von den anderen Kopfhörern dieser Reihe kennt. Der Bass ist knackig und treibt nach vorn, ohne zu Brei zu werden. Die Höhen sind präsent, aber nicht ganz so fein wie bei den High-End-Produkten von Sennheiser. Dafür treten sowohl männliche als auch weibliche Stimmen der jeweiligen Produktion entsprechend angemessen nach vorn. Wie von einem Momentum zu erwarten, ist der Sound gefällig, aber seriös, auf den Punkt, aber nicht analytisch. Damit kein Missverständnis aufkommt: Der Momentum rockt ordentlich das Ohr, wenn es darauf ankommt. Und spielt das Smartphone Techno, nickt der Kopf sogleich im Takt. Sennheiser spricht mit dem Momentum True Wireless Musikliebhaber des guten Klangs an, die über mehrere Genres hinweg hören. Für ganz feinfühlige Klassik- und Jazzhörer gibt es noch die In-Ear-Hörer an der 1000-Euro-Grenze.

          Sennheiser liefert mit „Smart-Control“ eine passende App zum Momentum. Eigentlich braucht sie der Nutzer nicht. Der Equalizer ist wegen des ausgewogenen Klangs nicht nötig. Lediglich das „Transparent Hearing“ könnte zum Einsatz kommen. Dann dringen mehr Außengeräusche durch, die Gehäuse wirken nicht wie Ohrenstöpsel. Das ist praktisch, wenn die Momentum als Headset zum Telefonieren ständig in den Ohren sind.

          Wenn überhaupt, zeigt Sennheiser hier eine Schwäche. Das Gegenüber bekommt nicht die Sprachqualität, die man von Sennheiser erwartet. Ist man mit dem Momentum draußen unterwegs, klingen die Worte manchmal undeutlich und als wäre das Mikrofon weiter weg. Ein anstehendes Firmware-Update verspricht Besserung. Ansonsten überzeugt Sennheiser mit diesem Momentum. Unter den True-Wireless-Hörern ist Apple mit seinen Airpods der einzige ernsthafte Konkurrent.

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