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Trotz Hardware-Sperre : Hacker können heimlich Apple-Webcams einschalten

  • Aktualisiert am

Unter Beobachtung? Hacker können unbemerkt auf Webcams zugreifen. Bild: picture alliance / dpa

Dass Kriminelle auf fremde Webcams zugreifen können, ist schon länger bekannt. Amerikanische Forscher haben nun herausgefunden, dass dabei nicht einmal die Betriebsanzeige aufleuchten muss.

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          Hacker können die Webcams fremder Rechner einschalten, ohne dass die eingebaute Betriebsanzeige aufleuchtet. Das haben Forscher der Johns-Hopkins-Universität im amerikanischen Baltimore herausgefunden, berichtet die Washington Post. Bislang war davon ausgegangen worden, dass die Anzeige angeht, sobald die Kamera aktiviert wird. Damit können die Opfer eine solche Überwachung nicht mehr bemerken.

          In Amerika hatte der Fall der „Miss Teen USA“ Cassidy Wolf für Schlagzeilen gesorgt, die von einem Klassenkameraden heimlich beobachtet wurde. Er hatte Wolf Nacktfotos von ihr geschickt, die er über mehrere Monate mit ihrer Webcam geschossen hatte. Der Täter wurde inzwischen verurteilt. Wolf versicherte, dass die LED-Anzeige bei ihrem Laptop nicht eingeschaltet gewesen sei.

          Das FBI späht Verdächtige über ihre Webcams aus

          Die Forscher zeigen in ihrer Studie, dass diese heimliche Überwachung tatsächlich möglich ist. Die Wissenschaftler konzentrierten sich nach Angaben der Washington Post auf Apple-Modelle, die vor 2008 gebaut wurden. Die untersuchten MacBooks und iMacs enthielten eine „Hardware-Sperre“ zwischen Kamera und Lichtanzeige, die sicherstellen soll, dass die Anzeige immer aufleuchtet, wenn die Kamera eingeschaltet wird. Die Forscher konnten diese Sicherheitsvorrichtung allerdings umgehen.

          Das Prinzip sei auch auf moderne Rechner übertragbar, behaupten die Wissenschaftler. „Es ist viel Arbeit und Aufwand“, sagte ein Sicherheitsexperte der Washington Post. „Aber es gibt keinen Grund, warum es nicht gehen sollte.“

          Nach Angaben des Blattes ist die amerikanische Ermittlungsbehörde FBI bereits seit Jahren dazu übergegangen, Verdächtige – bei ausgeschalteter Betriebsanzeige – per Webcam zu überwachen. Auch der chinesischen Regierung wird vorgeworfen, ein ähnliches Überwachungssystem wie der Stalker von Cassidy Wolf zu nutzen.

          Um sich vor heimlicher Ausspähung zu schützen, bleibt am Ende nur, die Kameralinse mit blickdichtem Klebeband abzudecken.

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