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Trick mit Fake-Account : Mit Paypal kam die Spam-Flut

Einer der Spammer ist die Webseite Comebuy.com, die in deutscher Sprache auftritt Bild: http://www.comebuy.com

Kollegen hatten gewarnt: Nach jeder Paypal-Transaktion komme eine Phishing-Mail. Stimmt das? Wir haben es ausprobiert und kommen zu einem eindeutigen Ergebnis.

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          Gebranntes Kind scheut das Feuer. Wir haben unlängst mit spitzen Fingern einen Paypal-Account eingerichtet. Ungeachtet der negativen Berichterstattung über das noch zu Ebay gehörende Bezahlsystem. Auch die Kollegen hatten gewarnt: Nach jeder Paypal-Transaktion komme eine Phishing-Mail ins zugehörige Postfach. Woher haben die Betrüger nur die E-Mail-Adressen?

          Michael Spehr
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Um dieser Frage nachzugehen, nutzten wir folgenden Trick: Eine originelle, garantiert einzigartige E-Mail-Adresse der Form Lbkmitingwtvpayp@provider.de. Was in diesem eigens für Paypal angelegten Konto landete, konnte nur von Paypal kommen.

          Das Misstrauen war berechtigt. Kaum ist das Konto eingerichtet und einige Male zum Bezahlen von Kleinbeträgen genutzt, landet Werbung von Dritten im Postfach und seinem Spam-Filter. Wir haben zunächst mehrfach den Kundendienst des Unternehmens angeschrieben. Die Antwort kommt blitzschnell retour – von Paypal-Robotern mit Textbausteinen. Ohne auf die gestellten Fragen mit nur einer Silbe einzugehen, warnt jedoch auch Paypal vor betrügerischen E-Mails und Phishing-Angriffen. Man solle sich mit seiner Bank und Kreditkartengesellschaft in Verbindung setzen. Was Paypal selbst unternimmt, ob Dritte Zugang zu den Paypal-Konten haben oder hatten, das alles erfährt man jedoch nicht.

          An dem Geschäftsgebaren von Paypal haben sich schon viele Deutsche die Zähne ausgebissen, meist geht es um mehr als nur Spam. Guthabenkonten werden von Paypal eingefroren, Auszahlungen verweigert. Auch hat man schon gelesen, dass Privatpersonen unberechtigt Beträge von ihrem Kreditkartenkonto abgebucht wurden. „Mahnbescheid, Strafanzeige, Meldung bei der Bankenaufsicht“: Unter dieser harschen Schlagzeile fragte der Heise Verlag, ob man „keine Chance“ gegen das amerikanische Unternehmen mit luxemburgischer Banklizenz habe.

          Wir schrieben die Pressestelle von Paypal an, und sie ließ über eine PR-Agentur antworten, dass Paypal persönliche Daten nur an Händler zu Zwecken der Abwicklung weitergebe. Eingeräumt wurde allerdings auch, dass Händler die Daten mit weiteren „Drittanbietern“ teilen können. Natürlich unter Beachtung des deutschen Datenschutzgesetzes. Wer immer diese Drittanbieter auch sein mögen.

          Einer der Spammer ist die Webseite Comebuy.com, die in deutscher Sprache auftritt, eine Telefonnummer in Frankfurt (Oder) hat, aber laut Impressum in Hongkong sitzt. Der Versand von Waren erfolge indes aus Deutschland, „keine Zölle“. Gleich wie dieser Händler an unsere Daten gekommen ist: Bei der E-Mail ist‘s egal, da gibt es Spamfilter. Aber was ist mit unseren bei Paypal hinterlegten Kreditkartendaten? Sind die jetzt auch von Frankfurt am Main über Frankfurt an der Oder auf dem Weg nach Hongkong?

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